Sie lachte. Erstauntes Aufblicken auf der anderen Seite. Aber ein kurzes Lächeln konnte ihm doch entkommen. Sie lachte wieder. “Und was bringt Sie jetzt zum Lachen, Frau Patientin”. Ein Satz wie ein Peitschenhieb. Irgendwie hatte sie vergessen, dass der Herr Therapeut real war und der Satz traf sie unvermutet. Konnte sie ihm sagen, was gerade passiert war? Ein Test. Aber für wen? Sie schilderte ihm das eben geschehene. Kurze Ratlosigkeit, oder war das eine Täuschung?
“Nun, wenn es Sie lachen lässt, ist das doch sehr schön”. Sehr unverbindlich. Was darauf erwidern? “Ja, der große Geist entdeckt auch in der Tragödie noch den Funken Witz”.
“Tragödie, was meinen Sie damit?” Na Klasse, sie hatte ihm da ja eine Steilvorlage geliefert. Erstaunlich, dass er nicht eine Anspielung auf den großen Geist machte, denn implizit hatte sie sich ja wohl als solcher bezeichnet. “Ach, irgendwie komme ich mir ständig vor, als sei ich die tragische Rolle in einem Stück dessen Drehbuch ich nicht kenne und deshalb verpasse ich immer meinen Einsatz.” Schön gesagt, und recht schwammig.“Und warum ist es die tragische Rolle”. Gute Frage, hätte sie auch gefragt.
“Weil ich nie weiß, was ich eigentlich hätte tun sollen und ständig das Gefühl habe, die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Weil ich eigentlich in dieses Stück nicht gehöre, aber aus unerfindlichen Gründen immer wieder auf dieser Bühne lande, auf der ich mich wie ein Eindringling fühle. Ich verstehe die Handlung nicht und auch kaum die Worte. Und eigentlich sollte ich gar nicht da sein und weil ich dann auch noch alles falsch mache, wird es immer schlimmer.”
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