Dunkelkammer
Zögernd stand man vor der Tür, die mal wieder einen winzigen Spalt offen war, aus dem Dunkelheit wie flüssiges Pech leckte. Die Tür war schwer, mit Eisen und Leder beschlagen, übergroß und strahlte unfreundliche Abweisung aus. Freiwillig wollte niemand hinundurchgehen, aber gelegentlich versuchte man es doch. Mit leicht zitternden Knie, einem unangenehmen Säuseln in den Eingeweiden streckte man vorsichtig die Hand aus, um die Tür zu bewegen. Die Bewegung so verhalten und ängstlich als fürchtete man in kochendes Wasser zu greifen.
Sehr langsam schob man die Tür auf, die Augen fest auf den Boden gerichtet. Wie immer war es stockduster und noch das Licht des Lebens ím Blick hatte man Mühe, wenigstens Konturen zu erkennen. Ein zaghafter Schritt und man stand mit einem Fuß im Schlamm. Noch könnte man umdrehen, redete man sich ein, aber die Entscheidung war längst gefallen. Man gab sich einen Ruck, schloß die Augen und ging durch die Tür.
Kaum eingetreten, hatte man schon eine Gänsehaut. Kälte und Angst waren kaum zu unterscheiden, beides ließ einen zittern. Der Boden war schlammbedeckt, die Wände schienen mit faulem Moos bewuchert, jeder Ton wurde absorbiert und kein einziges Geräusch überlebte mehr als den Bruchteil einer Sekunde. Der Raum war riesig oder man selbst sehr klein, eine Ameise im Rittersaal einer unfreundlichen Burg. Nun an die Dunkelheit gewöhnt und so weit vom Leben entfernt, konnte man sich im Raum bewegen, der immer gleich war. Nichts veränderte sich hier, absolut nichts. Im Schlamm standen einige sarggroße Tupperdosen mit den patenten Deckeln, die alles luftdicht abschlossen und die sich nun von Gedanken bewegt öffneten. READ MORE
Sehr langsam schob man die Tür auf, die Augen fest auf den Boden gerichtet. Wie immer war es stockduster und noch das Licht des Lebens ím Blick hatte man Mühe, wenigstens Konturen zu erkennen. Ein zaghafter Schritt und man stand mit einem Fuß im Schlamm. Noch könnte man umdrehen, redete man sich ein, aber die Entscheidung war längst gefallen. Man gab sich einen Ruck, schloß die Augen und ging durch die Tür.
Kaum eingetreten, hatte man schon eine Gänsehaut. Kälte und Angst waren kaum zu unterscheiden, beides ließ einen zittern. Der Boden war schlammbedeckt, die Wände schienen mit faulem Moos bewuchert, jeder Ton wurde absorbiert und kein einziges Geräusch überlebte mehr als den Bruchteil einer Sekunde. Der Raum war riesig oder man selbst sehr klein, eine Ameise im Rittersaal einer unfreundlichen Burg. Nun an die Dunkelheit gewöhnt und so weit vom Leben entfernt, konnte man sich im Raum bewegen, der immer gleich war. Nichts veränderte sich hier, absolut nichts. Im Schlamm standen einige sarggroße Tupperdosen mit den patenten Deckeln, die alles luftdicht abschlossen und die sich nun von Gedanken bewegt öffneten. READ MORE
GedankenSchmerz - toxea - 14. Juli 2007, 11:54
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