Der Kandelaber
Damals, als mein Gemüt noch ein wenig dunkler war, als mein Nick noch Asmodina lautete und ich noch daran dachte, mir einen Sarg ins Wohnzimmer zu stellen, damals habe ich meine Umgebung ein wenig "gruftig" gestaltet. Ach, was waren das düster-verzweifelte Zeiten, in denen Danzig, Anne Clark, Invokationsmusik und Diamanda Galas (Vorsicht, ist ein wenig disharmonisch) den musikalischen Background lieferten, und meine Lektüre von Huysmans, Dvorak, Eliphas Levi und anderen Okkultisten bestimmt wurde. Nichts konnte mir damals düster und verstörend genug sein. Ich schminkte mein Gesicht fast weiß, züchtete superlange Fingernägel, schmückte mich mit Totenköpfen und genoß es, wenn ich den einen oder anderen mit meinem Aussehen dezent beunruhigte.
Zur Zierde meines Wohnzimmers schuf ich in für mich völlig untypischer Geduld und Beharlichkeit einen Kandelaber, der jedem Satanisten zur Ehre gereicht hätte. In stundenlangen Sitzungen kürzte ich fast minütlich die Dochte, um das Wachs zum tropfen zu zwingen. Ich schmolz parallel schwarzes Wachs und ließ die Flammen dieses verzehren. Mein Tisch wurde zusehends von schwarzem Wachs bedeckt und ich habe mir mehr als einmal die Fingernägel verbrannt (merke: Nagellack brennt ausgesprochen gut und brennende Nägel stinken... ). Ich kann nicht sagen, wie viele Stunden ich so zugebracht habe, die Pyromanin in mir hatte damals wahrlich viel Gelegenheit, sich auszuleben.
Dann kam Gothic auf, damit konnte ich nicht so recht etwas anfangen und nach und nach erlosch mein Interesse, ich wandte mich dem Industrial zu. Heute gibt es keine Gruftis mehr und auch ich habe mich geradezu zur Frohnatur entwickelt. Die alten CDs habe ich noch und auch den Kandelaber, der altersmäßig mittlerweile volljährig ist und erstaunlicherweiser eine ganze Reihe von Umzügen überlebt hat. Irgendwann werde ich mich vielleicht auch von ihm trennen, aber bisher ist er mir noch eine liebgewonnene Erinnerung an finstere Zeiten, die ich überstanden habe.
Zur Zierde meines Wohnzimmers schuf ich in für mich völlig untypischer Geduld und Beharlichkeit einen Kandelaber, der jedem Satanisten zur Ehre gereicht hätte. In stundenlangen Sitzungen kürzte ich fast minütlich die Dochte, um das Wachs zum tropfen zu zwingen. Ich schmolz parallel schwarzes Wachs und ließ die Flammen dieses verzehren. Mein Tisch wurde zusehends von schwarzem Wachs bedeckt und ich habe mir mehr als einmal die Fingernägel verbrannt (merke: Nagellack brennt ausgesprochen gut und brennende Nägel stinken... ). Ich kann nicht sagen, wie viele Stunden ich so zugebracht habe, die Pyromanin in mir hatte damals wahrlich viel Gelegenheit, sich auszuleben.
Dann kam Gothic auf, damit konnte ich nicht so recht etwas anfangen und nach und nach erlosch mein Interesse, ich wandte mich dem Industrial zu. Heute gibt es keine Gruftis mehr und auch ich habe mich geradezu zur Frohnatur entwickelt. Die alten CDs habe ich noch und auch den Kandelaber, der altersmäßig mittlerweile volljährig ist und erstaunlicherweiser eine ganze Reihe von Umzügen überlebt hat. Irgendwann werde ich mich vielleicht auch von ihm trennen, aber bisher ist er mir noch eine liebgewonnene Erinnerung an finstere Zeiten, die ich überstanden habe.
Habseligkeiten - toxea - 26. Aug 2007, 09:42
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