14
Aug
2008

Musik gesucht

Das Leben macht zur Zeit nicht wirklich Spaß, es wälzt sich fast vertrockneter Melasse gleich durch die Adern und es fehlt an Energie, Feuer und Begeisterung. In solchen Phasen höre ich besonders gerne Musik, die mich bewegt, berührt, erschüttert, für mich schreit, tobt, klagt und alles was da so an unterschwelligem Gefühl herumwuselt.

Allein, es fehlt im Moment an neuer Musik. Nick Cave (vorzugsweise die frühen Platten), Nine Inch Nails, Tool, Clint Mansell, Lard, Siouxsie and the Banshees, SPK, Danzig, The Wolfgang Press, Tones on Tail, A Perfect Circle... das ist so die Musik, in der ich mich ein wenig austoben kann, aber lange habe ich nichts neues mehr gehört, dass mich wirklich begeistert, berührt und elektrisiert.

Bei meiner bisherigen kurzen Suche habe ich Diamanda Galás wiederentdeckt, die Dame hat sicherlich das Potential, auch Scheintote zu erwecken, ist aber gelegentlich auch ein wenig anstrengend...

Deshalb die Frage an die geneigten Leser, was könnt Ihr empfehlen? Ich wünsche mir kraftvolle, ungestüme, nicht zu konventionelle Musik, die auch zähfliessende Melasse wieder zur Lava werden lässt.... na ja, ganz so viel muss die Musik nicht können, aber neue Töne müssen her. Ich freue mich über jeden Tip, Anstoß und jeden Vorschlag!


Besten Dank schon mal!!!

11
Aug
2008

Der Brief

Als ich heute von einem 27jährigen erfuhr, dass er noch nie in seinem Leben einen Brief verschickt hat, war ich ehrlich fassungslos. Manches Mal habe ich mich gefragt, was ich wohl im Falle eines Brandes zu retten versuchen würde und recht schnell war mir die Antwort klar: Die Kiste mit den Briefen. Eine recht große Kiste voll mit Briefen aus den letzten drei Jahrzehnten. Ein kleiner Schatz, der Erinnerungen lebendig hält und mir wirklich viel bedeutet.

Ich habe schon so viele Briefe geschrieben und auch erhalten und jeder war ein kleines Ereignis. Wie aufregend ist es immer wieder, den Briefkasten zu öffnen und darin die handgeschriebene Epistel eines geschätzten Menschenn zu finden. Erwartungsfrohes Öffnen und dann das Eintauchen in den Geist eines anderen, der sich in Handschrift und Worten manifestiert. Freude, Sehnsucht, Erstaunen, auch Erschrecken, ein kleiner Kosmos mit eigener Dynamik. Erneutes Lesen, um die Nuancen des Geschriebenen zu erfassen. Das erste Formulieren einer Antwort, dann den Füller angesetzt und losgeschrieben. Mitunter den ersten Entwurf verworfen und von vorne begonnen. Soviele Zeilen voller unterschiedlichster Gefühle, nüchterne Erörterung eines Gegenstandes, gefühlsträchtiges Sehnen, flammende Zeilen, dann wieder zart formulierte Andeutungen, gefolgt von eindringlich direkter Ansprache. Die wichtigen Dinge habe ich so oft per Brief mitgeteilt. Für mich bedeutungsvolles habe ich durch Briefe erfahren. Immer war es etwas besonderes, die Zeilen zu lesen oder zu schreiben, eine Insel im Alltagssturm.

Mit fast allen Menschen, die mir wichtig sind oder waren, habe ich Briefe ausgetauscht. Als vor einigen Monaten ein früherer Freund von mir starb, habe ich mir seine Briefe wieder hervorgesucht und nach Jahren wieder gelesen. Bilder und Gefühle bildeten sich bei der Lektüre vor meinem inneren Auge, manches Gefühl meldete sich aus dem scheinbaren Vergessen und ein alter Zauber lag im Denken.

Ich erinnere mich an den ersten wirklich wichtigen Brief, der in ungelenk krakeliger Jungenschrift geschrieben war. Eigentlich "nur" eine Postkarte mit einem Motiv von Wilhelm Schlote, einer Musikkassette beigelegt, auf der Karte stand unter anderem ein Gedicht von Josef Guggenmos:

Der Brief
Es ist kein Mensch,
es ist kein Tier.
Es ist nur dies – ein Stück Papier.
Ein Stück Papier,
jedoch es spricht.
Es bringt von mir Dir den Bericht:
Ich hab‘ Dich lieb.
Vergiß mich nicht.


Wir waren dreizehn Jahre alt und diese Zeilen waren für mich damals das Schönste, was ich bis dahin erfahren hatte. Ja, ein wenig kitschig ist das schon, aber mit dreizehn nimmt man das noch anders wahr.

Soviele Briefe folgten. Von vielen Menschen.

Auch der Neomane hat mir viele Briefe geschrieben. Zwar hatten wir uns im Internet kennengelernt und ein Großteil der Kommunikation bestand aus elektronischer Post, doch die handgeschriebenen Briefe waren immer ein besonderes Glanzlicht.

Mit anderen habe ich im wahrsten Sinne des Wortes per Brief über Gott und die Welt debatiert. Wie auch immer der Briefwechsel motiviert war, immer war der schönste Moment der, indem ein neuer Brief im Kasten lag. Das Warten hatte ein Ende. Ich zog mich mit den Zeilen und Gedanken eines anderen Menschen zurück, versank darin. Dachte das Geschriebene weiter, war entzückt, entrüstet, verzaubert, berührt und bestürzt. Dann kam die Zeit der Antwort, manchmal wohlbedacht und sorgfältig formuliet. Mitunter ungestüm, euphorisch, emotional , sehnend und flammend. Wenn die Antwort dann losgeschickt war, begann das Warten, das Zweifeln. Versteht der andere, was ich sagen wollte, habe ich die richtigen Worte gewählt, den richtigen Ton getroffen. Unruhe, Antizipation, Tagträume und innerer Dialog lebten weiter bis das Warten wieder ein Ende fand, weil eine Antwort eintraf. Und wieder begann das Ritual von neuem.

Erstaunlicherweise war die Mehrheit meiner Brieffreunde männlich. Mit weiblichen Freunden habe ich immer eher telefoniert. Keine Ahnung, warum das so ist.

Die Zahl der Briefe ist auch bei mir deutlich weniger geworden, heute schreibe auch ich eher eine e-mail als einen Brief. Aber nach wie vor bedeuten mir Briefe viel. Ich freue mich über Hunderte von Briefe, die ich gesammelt habe und wenn mir sonst das Sammeln auch wesensfremd ist, möchte ich fast keinen Brief missen und werde sie immer in Ehren halten. Sie gelegentlich wieder lesen und die Wärme zwischen den Zeilen, den Geist, der sich dort ausgedrückt hat, ehren und schätzen.

Schreibt mehr Briefe, möchte ich rufen, denn sie sind und bleiben ein ganz besonderer Ausdruck der Nähe und der Wertschätzung. Vielleicht bin ich furchtbar altmodisch, aber handgeschriebene Zeilen sind einfach etwas Besonderes. Ein Geschenk.

28
Jul
2008

Rückblick auf ein Blaues Wunder

blaueswunder

Seit ewigen Zeiten mal wieder das "ne?" am Ende vieler Sätze gehört. Sehr freundlichen Menschen begegnet. Schwarzgefärbte halblange Bobs stehen hoch im Kurs. Ein nicht Damenhackenkompatibles Pflaster machte die Wege ein wenig beschwerlich. Der Streik führte zu unfreiwillig langem Aufenthalt auf dem Flughafen und dann wieder waren es Sicherheitsprobleme, die uns auf dem anderen Flughafen festhielten. Ein Sonnenbrand, ganz unerwartet. Hygiene wird hier groß geschrieben und das Blaue Wunder kann täglich erlebt werden.

Schön war's.

Abstimmen!!!!

Abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen abstimmen!!!

DANKE!!!

22
Jul
2008

On the road again

Ich spüre den bezwingenden Wunsch eine Stadt, die noch zum Weltkulturerbe gehört, zu besuchen und bin mal kurz weg...

Allen eine entspannte Woche und bitte weniger Regen!!!!!

Cheers
Toxea

18
Jul
2008

Die perfekte Tarnung

Achtung, Pepper: Bitte vor der Lektüre das Trinken einstellen, einen sicheren Sitz wählen und keine scharfen Dinge in die Hand nehmen....

Die Nachbarn haben schon vermutet, es sei mal wieder jemand neues eingezogen, denn die merkwürdige Frau, die da im Moment fast jeden Tag im Sportdress durchs Haus läuft und so grüßt, als kenne sie einen, die man aber so noch nie gesehen hat, kann ja nur eine neue Nachbarin sein. Beim zweiten Blick kommt dann meist ein "Ach herrje, so habe ich Sie gar nicht erkannt!" So heisst ungeschminkt, mit hochgesteckten Haaren, in Laufhose und Turnschuhen. Tatsächlich die perfekte Tarnung ;) Wenn ich nun noch farbige Dinge zum Laufen trüge, wäre ich wohl zur Unkenntlichkeit verunstaltet.
Seit zwei Wochen laufe ich (na ja, am Anfang bin ich nur gegangen) wieder, mein Laufversuch des letzten Jahres war dann ja irgendwann dem Winter zum Opfer gefallen, aber diesmal denke ich, werde ich länger durchhalten.
Ich messe ja ungeheuer gerne und kann daher stolz berichten, dass ich 34 km in sieben Läufen absolviert habe und nun daraufhinarbeite, bald wieder durchlaufen zu können und dann will ich sehen, dass ich meine Zeit per km langsam senke... Mal sehen.
Ich muss ja gestehen, dass ich mir selten blöd vorkomme, wenn ich so morgens durch die Straßen schleiche, ich muss mich ehrlich überwinden, mich trotzdem auf die Gasse zu trollen und den Morgenlauf zu absolvieren. Wenn ich dann erst einmal losgelaufen bin, geht es ja so einigermaßen, aber ein gewisses Gefühl der Unsicherheit läuft einfach mit.
Wer mich kennt, weiss wie absurd die Vorstellung einer laufenden Toxea ist. Keiner kann sich das so recht vorstellen und ich fange wirklich bei unter Null an. Untrainiert, unsportlich, fast 30 Jahre hohe Hacken haben auch ihre Spuren hinterlassen, von Rauchen und sonstigen Sünden wollen wir mal gar nicht reden.
Aber irgendwann hatte ich mir in der Vergangenheit mal vorgenommen, dass ich in diesem Leben noch einen Marathonlauf absolviere (jaaaaa - wenn ich mir etwas vornehme, dann doch bitte gleich die Quadratur des Kreises). Ich habe keine Ahnung, ob ich das jemals schaffe, die Grundvoraussetzungen sind nicht besonders gut, aber immerhin bin ich motorisch in Ordnung und halbwegs gesund. Ich bin einfach nur alt, fett und faul, das sind immerhin keine unüberwindbaren Hindernisse. Und so läuft sie wieder.....

17
Jul
2008

Schüttel Dein Haar....

haarige-blogger

Ich vermute ja, dass to01s Tochter beim Anblick dieses Fotos eines Tages fragen wird: "Papa, was machen die Leute da?" to01s Frau wird diese Frage dann sicher beantworten können, denn ihr verdanken wir die bildliche Erinnerung an einen schönen Abend.

Pepper und Juts hatten mal wieder zum Bloggergrillen geladen und hier werden natürlich wieder die Griller gebloggt, die sich übrigens den größten Teil des Abends recht unauffällig verhielten, sich dabei prächtig amüsierten und dem dann in einem kurzen Anfall von Haare-Schütteln Ausdruck verliehen....

Wir sehen hier die Schöpfe von Ai Hua, Juts, Mainzelmädchen, Neomane, Pepper, sjAlfur, to01 und mir.
Nun darf geraten werden, zu wem welches Haar gehört... Nicht abgebildet sind die Schöpfe der nichtbloggenden Griller.

9
Jul
2008

Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung....

Es ist wohl eine Art Naturgesetz, dass sich die kleinen Alltagskatastrophen gerne in dichter zeitlicher Folge abspielen und auch vorzugsweise dann geschehen, wenn man ihnen volle Aufmerksamkeit zollen kann.
Es begann mit dem heldenhaften Vorhaben, den Eisschrank endlich mal zu enteisen, was zwar noch keine wirkliche Herkulesaufgabe darstellte, aber doch schon in die Kategorie lästige Haushaltspflichten gehört. Die ausführliche Beschäftigung mit dem Kühl- und Gefrierschrank endete in der Entdeckung, dass der Kühlschrank sich für eine Wärmebude hielt und alles auf laue 15 Grad plus temperierte, wohingegen der Eisschrank der winterlichen Antarktis entgegenstrebte und binnen weniger Stunden den Innenraum in eine Eislandschaft verwandelte. Nun gut, dachte man sich, das Teil hat ja seine Aufgaben in den letzten 10 Jahren getan, so ist wohl die Zeit für ein Neugerät gekommen. So weit, so gut. Kurz darauf tat sich die Spülmaschine unangenehm hervor, indem sie auslief. Das nahm die Espressomaschine zum Anlass, ihren Job nur noch stotternd und noch stärker prustend als sonst schon zu verrichten. Das reichte schon für eine dezente Missstimmung. Ich sage es ja immer wieder, die kleinen Katastrophen des Alltags erfordern fast mehr Charakter als die großen Katastrophen des Lebens. Man kann sich über solche mechanischen Beeinträchtigungen ja furchtbar aufregen. Ich zumindest kann das leider recht gut. Und ich bekomme dann auch mal aus solch nichtigen Anlässen einen derartig gigantischen Wutanfall, das dabei meist noch etwas in Mitleidenschaft gezogen und ramponiert wird.

Aber es lässt sich auch nicht verhehlen, dass beim gehäuften Auftreten häuslicher Pannnen ein gewisser Trainingseffekt auftritt. Am Sonntag gab die Warmwasserpumpe den Geist auf. Kalt duschen kühlt den Charakter. Der neu bestellte Kühlschrank hätte am Montag geliefert werden sollen. Hätte. Es kam aber nur der Geschirrspüler. Nach unzähligen Anrufen beim Kundendienst stellte sich heute nun heraus, dass der Kühlschrank auf unerklärliche Weise zum Fernseher mutierte, man von dessen Lieferung aber abgesehen hatte, ohne uns davon in Kenntnis zu setzen. Angeblich wird er nun morgen geliefert.
Vielleicht.
Und wenn nicht, stört mich das auch fast nicht mehr...
logo

GrenzGang

Fiktion und Wirklichkeit

Zuletzt passiert....

Nach dem ersten...
toxea - So Aug 17, 11:52
Vielleicht: The...
AiHua - Sa Aug 16, 17:56
wow, was'ne wertsteigerung,...
To01 - Do Aug 14, 11:27
Danke schön
toxea - Do Aug 14, 11:17
Darum schleppe ich...
AiHua - Do Aug 14, 11:01
unida [coping with...
To01 - Do Aug 14, 09:13
Musik gesucht
toxea - Do Aug 14, 09:04

Anybody out there?

website stats

Add to Technorati Favorites Deutsches Blog Verzeichnis bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis Blogverzeichnis Fiction Blogs - BlogCatalog Blog Directory

Woanders gerade passiert:

Mit Schmatz und Schmackes
kid37 - Mi Aug 20, 16:49
gebend
to01 - Mi Aug 20, 13:47
nur ein wort
to01 - Mi Aug 20, 12:22
in Treatment
kid37 - Mi Aug 20, 11:00
eine simple Paketzustellung
JUTS - Mi Aug 20, 10:35
concerning stereotypische...
to01 - Mi Aug 20, 09:10
"Sag mal...", sagt die...
kinky - Di Aug 19, 23:24
die herbstzeitlosen
to01 - Di Aug 19, 22:17
Unentschlossen
sid - Di Aug 19, 21:20

Blick aus dem Fenster
Der Job
Die Gespielin
Fein gesponnen
GedankenSchmerz
Habseligkeiten
KultVerdacht
Leben und so
LebensWut
SchreibWerkStatt
Spielkinds Fundstück
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren