Who’s got the blues?
Auf dem Weg ins Büro zum hundersten Male gefragt, was mache ich hier eigentlich? Der Job war mal als Übergangslösung gedacht und auch das nur, weil ich eigentlich weder damit gerechnet habe, dass ich ihn bekomme, noch ihn wirklich wollte. Damals dachte ich mir, das mache ich mal für ein Jahr oder so und dann sehen wir weiter.Die Übergangslösung wurde zur Dauerlösung und trotzdem fühlt es sich oft an, als liefe ich mit fremden Füßen. Wie lange schon denke ich an Veränderung, will einen Wechsel wagen und lasse mich doch immer wieder von den Dringlichkeiten des Joballtags von der Zieldefinition abbringen. Wie oft habe ich mir vorgenommen, mich endlich nach neuen Perspektiven umzuschauen und scheitere schon daran, mir selbst einen Zeugnisentwurf zu erstellen, um meine Unterlagen zu vervollständigen.
Immer wieder das Gefühl, dass der Job weitaus mehr kostet, als er bringt, dass er mich großer Teile meines Lebens beraubt hat, dass er wichtige außerberufliche Gefilde einfach platt gemacht hat. Natürlich konnte das nur geschehen, weil ich es zugelassen habe und weil ich mich schlicht nicht getraut habe, andere Bereiche zu verteidigen. Nun gut, das ist passiert.
Aber wie nun weiter? Woher nehme ich die Energie, die Veränderung zielstrebig anzugehen oder woher bekomme ich die Gleichgültigkeit, den eingeschlagenen Weg einfach stur weiterzugehen, weil ich nicht in der Lage bin, mir einen anderen zu bahnen? Eines von beidem muss geschehen, denn alles dazwischen ist sinnloses Hadern, dass nur noch mehr Energie kostet, die Stimmung vergiftet und einen prima Planschbecken für das selbstverzagte Baden im eigenen „Leid“ darstellt.
Manchmal möchte ich einfach aufstehen und losgehen. Einfach weg, ein One-Way-Ticket ans andere Ende der Welt kaufen und da von Null anfangen. Klingt böse nach Midlife-Crisis. Meine Güte, bin ich denn schon sooo alt?
toxea - 13. Februar 2008, 09:09
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k-fee - Mi Feb 13, 11:38
Die Energie aus dem Willen, etwas zu ändern! Deine Träume wahr zu machen. Das Leben ist zu kurz, um stecken zu bleiben...
Dafür ist man niemals zu alt...
Dafür ist man niemals zu alt...
Ralf (anonym) - Do Feb 14, 01:49
Morgen erstes Vorstellungsgespräch für neues Abenteuer. Inner alten Fabrik geht alles nur noch drunter&drüber, nix passt mehr, kein Spaß anner Arbeit. Also Tschüß Kollegen, bis demnächst vielleicht mal.
Ich arbeite um zu leben. Ich lebe nicht um zu arbeiten.
Ich arbeite um zu leben. Ich lebe nicht um zu arbeiten.
erphschwester - Sa Feb 16, 18:22
erschreckend ...
... wie sich die gedanken oft gleichen. vor ca. eineinhalb jahren begann ich, ähnliche zu haben und habe seither allerhand kopfstände zwischen dem kokkettieren mit der unkündbarkeit (17 jahre bin ich nun "zwischengeparkt) und neuen ansätzen unternommen. übrig geblieben ist die feststellung, dass die miete alle monate gezahlt werden muss und ein neuer anfang zunächst vielleicht nicht mietdeckend ist. einstmals kündigte ich den job, ohne einen neuen parat zu haben. (aber das war damals, wo es zwar kein arbeitslosengeld gab, aber auch keinen mangel an jobs. und die ddr-mieten waren locker aufzubringen.)
midlife-crisi? schon möglich. zu erkennen, daß das leben nicht unendlich ist und wir einen ganz wesentlichen teil davon daran (und an unseren einstigen träumen und vorstellungen von eigener "bestimmung") vorbei gelebt haben - so betrachtet ist es (wie auch immer es heißen mag) ein nicht unvernünftiger ansatz.
ich wünsche allen betroffenen und mir selbst die kraft, der großen müdigkeit herr zu werden und doch noch zu uns selbst zu kommen.
midlife-crisi? schon möglich. zu erkennen, daß das leben nicht unendlich ist und wir einen ganz wesentlichen teil davon daran (und an unseren einstigen träumen und vorstellungen von eigener "bestimmung") vorbei gelebt haben - so betrachtet ist es (wie auch immer es heißen mag) ein nicht unvernünftiger ansatz.
ich wünsche allen betroffenen und mir selbst die kraft, der großen müdigkeit herr zu werden und doch noch zu uns selbst zu kommen.
toxea - So Feb 17, 09:32
Ich gestehe,
dass diese Gedanken mich nun seit gut drei Jahren begleiten... gelegentlich treten sie in den Hintergrund, denn auch hier muss Miete und Leben bezahlt werden... aber dann "überfallen" sie mich wieder mit ungebremster Macht.
Unkündbar zu sein, ist sicherlich ein Pfund, mit dem man vielleicht nicht wuchern, auf das man sich aber doch stützen kann und vielleicht auch muss.
Neuanfänge habe ich schon vorher gewagt, aber es wird natürlich mit zunehmendem Alter nicht leichter, einen neuen Job zu finden.
Ja, das wünsche ich uns auch, dass wir die Müdigkeit überwinden, sich neuer Enthusiasmus den Weg ins Blut bahnt und das Leben weniger erdenschwer sein kann...
Unkündbar zu sein, ist sicherlich ein Pfund, mit dem man vielleicht nicht wuchern, auf das man sich aber doch stützen kann und vielleicht auch muss.
Neuanfänge habe ich schon vorher gewagt, aber es wird natürlich mit zunehmendem Alter nicht leichter, einen neuen Job zu finden.
Ja, das wünsche ich uns auch, dass wir die Müdigkeit überwinden, sich neuer Enthusiasmus den Weg ins Blut bahnt und das Leben weniger erdenschwer sein kann...






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