Der Job

12
Apr
2008

Vorhang, der erste...

Sich selbst zum Geburtstag die Kündigung zu schenken, ist vielleicht ein etwas befremdlicher Gedanke, aber manchmal das Beste, was man tun kann, auch wenn Zweifel bleiben und der Schritt nicht leicht fiel, wächst fast täglich die Erkenntnis, dass es hohe Zeit war, weil sonst der eiserne Vorhang über kurz oder lang gefallen wäre.

Nun muss der Rest der Spielzeit noch mit Anstand überstanden werden, entgegen den eigentlichen Plänen, die Spielzeit bis zum Ende durchzuhalten, taucht immer wieder der Gedanke an eine drastische Verkürzung auf. Auf der anderen Seite ist das nun ein idealer Übungsplatz für neue Strategien, was kann schon passieren, gekündigt hat man ja schon.

Der Gedanke, dass der Lebensinhalt der letzten 10 Jahre irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft Geschichte sein wird, ist nicht unbedingt beruhigend, aber der Wunsch, diesem Leben so ein Ende zu setzen, wird dadurch nicht gemindert.

6
Mrz
2008

Gegen die Wand gesetzt...

die wände machen dich glauben es gäbe keine tür.

Den Satz habe ich bei to01 gefunden und er passt gerade besonders gut.

Die Wände haben sich vor einem aufgebaut und erscheinen unüberwindbar. Undurchdringlich. Türen verstecken sich. Es scheint nichts zu helfen, als sich immer wieder mit voller Wucht gegen die Wände zu werfen, bis endlich die Wände nachgeben oder wenigstens alle Knochen gebrochen werden, damit der Gegenschmerz seine Wucht entfalten kann und einem die mächtige Ohrfeige gibt, die das Denken an den Tritt, den man gerade bekam, relativiert.

13
Feb
2008

Who’s got the blues?

Auf dem Weg ins Büro zum hundersten Male gefragt, was mache ich hier eigentlich? Der Job war mal als Übergangslösung gedacht und auch das nur, weil ich eigentlich weder damit gerechnet habe, dass ich ihn bekomme, noch ihn wirklich wollte. Damals dachte ich mir, das mache ich mal für ein Jahr oder so und dann sehen wir weiter.

Die Übergangslösung wurde zur Dauerlösung und trotzdem fühlt es sich oft an, als liefe ich mit fremden Füßen. Wie lange schon denke ich an Veränderung, will einen Wechsel wagen und lasse mich doch immer wieder von den Dringlichkeiten des Joballtags von der Zieldefinition abbringen. Wie oft habe ich mir vorgenommen, mich endlich nach neuen Perspektiven umzuschauen und scheitere schon daran, mir selbst einen Zeugnisentwurf zu erstellen, um meine Unterlagen zu vervollständigen.

Immer wieder das Gefühl, dass der Job weitaus mehr kostet, als er bringt, dass er mich großer Teile meines Lebens beraubt hat, dass er wichtige außerberufliche Gefilde einfach platt gemacht hat. Natürlich konnte das nur geschehen, weil ich es zugelassen habe und weil ich mich schlicht nicht getraut habe, andere Bereiche zu verteidigen. Nun gut, das ist passiert.

Aber wie nun weiter? Woher nehme ich die Energie, die Veränderung zielstrebig anzugehen oder woher bekomme ich die Gleichgültigkeit, den eingeschlagenen Weg einfach stur weiterzugehen, weil ich nicht in der Lage bin, mir einen anderen zu bahnen? Eines von beidem muss geschehen, denn alles dazwischen ist sinnloses Hadern, dass nur noch mehr Energie kostet, die Stimmung vergiftet und einen prima Planschbecken für das selbstverzagte Baden im eigenen „Leid“ darstellt.

Manchmal möchte ich einfach aufstehen und losgehen. Einfach weg, ein One-Way-Ticket ans andere Ende der Welt kaufen und da von Null anfangen. Klingt böse nach Midlife-Crisis. Meine Güte, bin ich denn schon sooo alt?

18
Nov
2007

Kausalität

A: What's that?
B: That's the dish washer.
A: A dish washer? How does it work?
B: You never used a dish washer before?
A: I had a wife, she did this kind of things.
B: Well, that's why you HAD a wife....

12
Nov
2007

Montag, 9:35

.... und die Woche ist immer noch nicht zu Ende. Blöder Spruch, passt aber insofern, als dass ich jetzt schon wieder für die Woche genug habe. Am 15. November könnte ich kündigen, dann hätte das Elend zum Jahresende ein Ende. Ich muß mich wirklich zügeln, nicht sofort das Kündigungsschreiben zu formulieren, habe ich mir doch fest vorgenommen, mir erst eine neue Stelle zu suchen... aber es ist wirklich kaum zu ertragen. Wut und Frustration halten sich die Waage, Sparingspartnern gleich tänzeln sie umeinander, immer wieder zum Schlag ausholend und treffen dabei meine Kraftreserven. Innerlich bis an die Zähne bewaffnet, fresse ich Kreide, um nicht so zu Brüllen, dass hier die Wände wackeln. Und wieder mal das alte Gefühl, von fast gleichstarken, diametralen Kräften in unterschiedliche Richtungen gezogen zu werden. Vierteilen nannte man es im Mittelalter... ich fürchte, dass ich bald zerreisse.

7
Nov
2007

Great song of indifference

I don't mind if I go, I don't mind if I take it slow
I don't mind if I say yes or no, I don't mind at all

I don't care if I live or die, couldn't care less if I laugh or cry
I don't mind if I crash my flight, I don't mind at all


(nach Bob Geldof)

Wie ekel, schal und flach erscheint mir dieses kleine Leben, das keines ist, sondern eine Art Posse, wir spielen Leben und das noch nicht einmal überzeugend, aber wen kümmert es? Mich wohl nicht. Es ist einfach gleichgültig, was ich tue oder lasse. Nein, ich bin nicht verzweifelt, ich bin nur müde oder so. Habe keine Lust mehr auf den Kampf im Job, ertrage den Druck nicht mehr und sehe mich doch jeden Tag einer neuen Herausforderung gegenübergestellt, die eigentlich nicht zu bewältigen ist. Aber geübt im Finden von Lösungen, wenn auch häufig sehr schmerzhaften, ergebe ich mich der Routine der Problembewältigung. Ich muss aus diesem Job heraus, wäre ich nur nicht so überzeugt, dass ich nichts anderes kann, wäre das Gefühl der Unfähigkeit nicht so tief in meine Synapsen eingebrannt. Stupor. Angesichts der Unausweichbarkeit kommender Katastrophen verfalle ich in Katatonie. Lebensurrogatderivat oder so... Mein Denken ist erstorben, inspirationslos und von Gleichgültigkeit durchtränkt. Fast wünschte ich mir die Verzweiflung der letzten Monate zurück, die enthielt wenigsten einen Funken Lebensenergie, eine glimmende, zarte Glut, die aber das Potential zum Flächenbrand hatte und daher ausgetreten werden musste. Im Dumpfdenken ist kein Sein, nur Funktion, die ich hasse, aber erfülle oder auch nicht... Auch das ist gleichgültig. Das Unerträgliche an der Gleichgültigkeit ist die Unfähigkeit zu Handeln und wirkliche Entscheidungen zu treffen, man hält es einfach aus. Mehr nicht. Es fehlt die treibende Energie der großen Gefühle, seien sie auch noch so schmerzhaft, die einen nach Änderung streben lassen. Es fehlt die Inspiration, sich neue Szenarien zu denken, seien sie auch noch so utopisch. Ein grauer, zäher Lebensbrei, der einen zwar am Leben erhält, aber nicht nährt. Dieser Zustand ist schlechter zu ertragen als alle Depression. Man fühlt sich wie ein lebender Leichnam und nimmt auch das nur am Rande zur Kenntnis. Ich existiere in einer Blase sensorischer Deprivation, meine eigenen Gefühle werden mir entzogen, wie ich das eigentlich mache, ist mir unklar. Es ist wie eine Art Hunger, er hat gebrannt, getobt, sich in die Eingeweide gebissen, doch er wurde nicht gestillt. Irgendwann resigniert der Hunger, hört auf zu schmerzen und man kann ihn gänzlich ignorieren. Im Gegensatz zum Körper kann man der Seele alle Nahrung entziehen, sie verkümmert zwar, aber der am dinglichen haftende Fleischleib verurteilt einen zum Fortbestand der Existenz.

Wenn ich doch wenigstens um die verlorenen Worte, Gedanken und Ideen weinen könnte. Indifferenz.

21
Aug
2007

Aus gegebenem Anlass

Frauen, die so gut sein wollen wie Männer,
haben einfach keinen Ehrgeiz!

Und wenn meine Wut verraucht ist, schreibe ich vielleicht über den Anlass.... aber noch habe ich die Hasskappe auf... grrrrrrrrrr

Okay, ich nehm's zurück. Normalerweise habe ich selten Probleme mit den männlichen Kollegen, aber gelegentlich schlägt die bornierte Haltung einiger weniger einfach dem Fass den Boden aus und dann werde ich zum Tier.

17
Jul
2007

KaWumm

Ich bin es leid, ständig die Handgranaten, die andere entsichert haben, aus dem Feuer holen zu müssen. Ich wollte nie einen Job als Räumkommando oder als Feuerwehrfrau in einer Schar von Pyromanen, deren liebstes Spielzeug ein Flammenwerfer ist, während sie auf mit Nitroglyzerin gefüllten Fässern stepptanzen.

Wir müssen in Lösungen denken, denn für jede Lösung gibt es ein Problem oder auch zwei. Sind die dann im Dutzend billiger? Aber selbst geschenkt ist noch zu teuer.

12
Jun
2007

Resignation

Das englische Wort für Kündigung ist schlichtweg genial. Ursache und Wirkung in einem Wort...

Ein langjähriger Mitarbeiter hat gekündigt und ich möchte es ihm gleichtun. Wenn man doch nur nicht so feige wäre....

2
Mai
2007

E-Mails

Das Versenden von e-mails ist viel zu einfach.... man sollte e-mail-Kontingente einrichten: jeder, der mehr als 25 e-mails pro Tag verschickt, muss dann eine Strafe zahlen....
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GrenzGang

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