Sonntagfrüh
(Fortsetzung des sinnfreien Samstagabends:) Im dunklen Schein des blauen Mondes lassen sich vereinzelte waidwunde Brötchen, die sich leichtsinnigerweise in ihrer grenzenlosen Abenteuerlust zu weit von der gröhlenden Bäckerhorde entfernt haben, mit purpurzarten Keschern von ringelstrumpftragenden Schlamperpuppen, die ihr spröd verzagtes Herz an ein mäßig musikalisches Skelett mit Hang zu gutmütiger Gefangennahme verloren haben, immer wieder einfangen, von deren hastigem Genuß aber nur abgeraten werden kann, denn die verstörten kleinen Brötchenlaiber gehören unbedingt in die gloriose Parade der unverdrossen hüpfenden Frühstückseier, die in bebender Erwartung der rohen Enthauptung mit einigen gequälten Arien nicht nur ihr, sondern auch das sehnlich befürchtete Ende des Wochenendes schauerlich falsch singend und dabei doch so anrührend beklagen, dass die staubig-kalten Klagelieder wie immer den graublütigen Polizisten auf dem zögernden Weg in das fensterlose Haus begleiten, wo er von der freudestrahlenden achtarmigen Brut der mit Froscheiern genährten Pinguine empfangen und umringt wird, damit er das sinnentleerte Spiel des Bambusweitwurfs mit ihnen spielt und damit den überraschenden Auftakt für die ausgelassen feiernden Balken gibt, sich in der grauen Enge der Vorstadt zum besinnlichen Plausch zusammenzufinden, wodurch die springlebendigen, aber auch sehr müden Mücken sanft in einen traumquelligen Schlummer gelockt werden, in dem sie nur gelegentlich mit sonorem Schnarchen zu erkennen geben, dass sie noch leben, während die jodelnden Möwen langsam ihr Ränzlein packen, um sich in den verhassten Trott der zweitägigen Arbeitswoche zu stürzen, die ihnen wieder alle überbordende Fantasie im Finden hinterlistiger Verstecke abverlangen wird, die ihnen aber mit großzügigen Gaben rostiger Hühnerknochen vergolten wird, mit denen sie dann die dreibeinigen Katzen, die keine Mäusemilch mehr fangen konnten, anlocken können, damit sie diesen die bleiernen Ranzen aufbürden können, obwohl sie genau wissen, dass die ungelenken Viecher ihre Last verlieren werden und dann laut klagend zu den Schlamperpuppen laufen werden, um denen beim Brötchenbacken um die Beine zu streichen, bis sich die viel zu dünnlichen Beinchen ineinander verwickeln und so den röschen Brötchen die Chance zur voreiligen Flucht geben, so fügt sich wieder eins ins andere und alle ergeben sich der zwingenden Determiniertheit ihres kleinen Seins und folgen dem verborgen-verwirrten Rhythmus des merkwüdigen Gebildes, das sie Leben nennen.
Fein gesponnen - toxea - 9. Mai 2009, 17:48
Nix los - EinSpruch!






