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    <title>GrenzGang (Fiktion und Wirklichkeit) : Rubrik:Frei Erfunden...</title>
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    <description>Fiktion und Wirklichkeit</description>
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    <title>GrenzGang</title>
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    <title>Nichts geschenkt</title>
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    <description>Wohlgefühl.  Ein Feuerwerk für alle Sinne, fast schon Entgrenzung durch Hingabe, wäre da nicht im Hintergrund immer ein leiser Zweifel, der verhinderte, dass sie sich wirklich fallen ließ. Aber es war mehr, als sie erhofft und erwartet hatte. Erhofft. Das war eine Quelle des Zweifels, sie konnte nur hoffen. Sie hatte sich in die Rolle der Reagierenden drängen lassen. Nein. Nicht daran denken, nur auf den Moment konzentrieren und einfach genießen, was war. Das Hirn hatte Sendepause. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf sein Atmen hören, seinen Duft trinken. Mit geschlossenen Augen versuchte sie, nur das Gefühl zuzulassen. Weiche Wärme mit aromatischen Spitzen, kleine Splitter prickelnder Lust. Einfach sein, nicht denken. Sie streckte sich, drehte sich auf die Seite und sah ihn an. Es tat schon fast weh, ihn so entspannt schlafen zu sehen.  Ein Moment der Gemeinsamkeit, der so selten vorkam und ihr fast mehr bedeutete als alle Ekstase. Na na, jetzt mal nicht in kitschige Romantik ausbrechen. Würde sie das denn wirklich jeden Tag haben wollen, war es nicht auch die Unverbindlichkeit, die sie reizte?  Mit den Fingerspitzen strich sie sanft über das Laken und spürte die Wärme seines Körpers. Es war doch billig, sich jetzt in zarte Gefühle zu verstricken, die große Sehnsuchtsnummer abzuziehen. Ach, wenn ich Dich doch immer so neben mir haben könnte. Manchmal fühlte sie so, dann glaubte sie tatsächlich, dass sie nur glücklich sein könne, wenn sie ihn nicht nur als Geliebten, sondern auch als Gefährten hätte. Dann zerfloss sie in dieser klebrig süßen Sehnsucht, in solchen Momente wurde all ihr Denken und Fühlen von Wünschen nach Gemeinsamkeit und Harmonie absorbiert. Sie litt dann Höllenqualen, fühlte sich einsam und verlassen und ertrank in Selbstmitleid.  Unerträglich. Sie schnaubte ärgerlich. Konnte sie nicht einfach mal den Moment genießen, ohne sich wieder im Zweikampf aus warmem Weib und kalter Amazone zu verlieren? Eine leise Wut nagte an ihren Nerven. Abrupt drehte sie sich um und griff nach dem Weinglas, leerte es in wenigen Schlucken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na, mein Wirbelwind, wieso bist Du denn soweit weg? Er streckte den Arm aus, zog mit leichtem Druck an ihrer Schulter und sie folgte der Bewegung.  Ein Lächeln auf seinem Gesicht, das ihr Gänsehaut bereitete. Unverständliches murmelnd kuschelte sie sich näher. Er strich mit der Hand über ihren Nacken, dann umgriff er die Rückseite ihres Halses. Sie erstarrte für einen Moment, entspannte sich, schmiegte sich der Länge nach an ihn, ließ ihre Fingerspitzen über sein Rückgrat gleiten und krallte sich andeutungsweise mit den Fingernägeln in seinen Rücken. Ein leiser Seufzer. Neugierige, drängende, elektrisierende Hände, die Begehren verströmten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klingeln. Sein Mobile klingelte. Mitten im Kuss erstarrte sie. Er hatte sofort auf das Klingeln reagiert. Nicht etwa ärgerlich, sondern pflichtbewusst wie sie fand. Und er ließ es nicht klingeln, sondern befreite sich aus der Umarmung und tastete nach dem Telefon. Er antwortete tatsächlich. Sie war fassungslos.  Ja?...... Aha, hmm.. was gibts? Er hörte zu. Das konnte nur Nachtschwester Ingeborg sein. Sie drehte sich um, zog die Decke an sich und lauschte. Ja, ist gut, mach ich. Ich hole sie dann ab. Vielleicht doch jemand anderes? Er klang sachlich, vielleicht ein Kollege? Aber den würde er nicht siezen. Aber wo ist sie denn eigentlich? Ballett oder Malschule?  Klar, sie wars. Wut flammte in ihr auf.  Musste er denn wirklich drangehen? Okay Nein, vergesse ich nicht. Bis später. Warum beendete er den Anruf nicht? Sie lauschte angespannt. Ich Dich auch. Ciao. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein echter Schlag in die Fresse, sie hätte kotzen können.  Wut kochte in ihr hoch, rauschte lavagleich durchs Gemüt. Entschlossen stand sie auf und ging ins Bad. Sie wickelte den Bademantel ärgerlich um ihren zitternden Körper. Wie sie das hasste. Ich Dich auch, echote es durch ihr Hirn. Verfluchte Kacke, das musste doch nicht sein. Was für ein widerlicher Schleimer. Sie konnte sich kaum beruhigen, schloss die Augen, atmete tief durch und schlug mit der Faust auf den Waschtisch. Sie hätte am liebsten eine der Parfumflaschen in den Spiegel gedonnert. Terror machte sich in ihr breit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wusste genau, was jetzt kommt. Es war ihm rausgerutscht, er hatte nicht wirklich nachgedacht. Aber sie hatte es natürlich gehört und würde sich wie immer daran aufhängen. Würde erst wütend werden, ihn mit irgendeiner verletzenden, kalten Bemerkung angreifen, die eiskalte Rächerin geben und dann wenn er genauso kalt antwortete, würde sie in heulendes Elend ausbrechen. Sie konnte das wirklich gut. Sie war jedes Mal so überzeugend, dass er sich vorkam wie der letzte Esel. Er würde dann  tröstend und beruhigend alles zurücknehmen. Daraufhin brach sie in einen Entschuldigungsmarathon aus, weil sie ja überhaupt keine Ansprüche an ihn stellen wolle und ihn ja auch nicht einengen wolle, aber es täte doch so weh zu wissen, dass seine Frau bla bla bla Wie oft hatten sie das jetzt schon durchexerziert. War es das eigentlich wert. Irgendwo schon, aber nicht schon wieder.  Das musste doch mal aufhören. Sie hatte schließlich von Anfang an gewusst, worauf sie sich einließ. Er hatte ihr unverblümt gesagt, dass er nur eine Affaire wollte. Vor sich hin fluchend suchte er seine Sachen zusammen und zog sich an. Diesmal würde er das Spiel nicht mitspielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie spritzte sich kaltes Wasser ins Gesicht. Das machte er doch mit Absicht, so gedankenlos konnte man doch gar nicht sein. Klar, er wollte ihr mal wieder zeigen, dass sie nur eine Art Spielzeug war. Wahrscheinlich hatte er Nachtschwester Ingeborg vorher noch gebeten, ihn zu einer bestimmten Zeit anzurufen, das war doch ein abgekartetes Spiel. Dass sie das bisher noch nicht gesehen hatte. Klar, er wollte ihr mal wieder so richtig den Frust reinwürgen. Musste eine Art Machtkomplex sein. Er konnte sie damit ja wunderbar manipulieren. Erst schlagen, dann verbinden. Peiniger und Retter zugleich. Na, das Spiel würde sie ihm austreiben. Sie biss die Zähne aufeinander, holte tief Luft, straffte die Schultern und verließ das Bad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sie ins Schlafzimmer kam, sagte sie: So, jetzt musst Du mal gehen, der nächste Kunde kommt in einer halben Stunde und ich muss vorher noch das Bett beziehen. Sie zitterte ein wenig. Klang aber überzeugend kalt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die Wohnung war leer. Er war schon gegangen. Sie starrte fassungslos in den Raum, in ihrem Hirn explodierte das Denken. Inferno.</description>
    <dc:creator>toxea</dc:creator>
    <dc:subject>Frei Erfunden...</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 toxea</dc:rights>
    <dc:date>2009-02-28T16:01:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://grenzgang.twoday.net/stories/4138393/">
    <title>Käsebemmen</title>
    <link>http://grenzgang.twoday.net/stories/4138393/</link>
    <description>Sie schaute ihn über den Rand der Teetasse an. Sie konnte ihm doch unmöglich sagen, was los war. Er war schließlich ein Fremder. Ein netter zwar, aber eben vollkommen unbekannt. Sie seufzte. &quot;Ich hatte einfach keinen guten Tag.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Das kann ich mir vorstellen, aber es muß doch etwas ziemlich schlimmes passiert sein, dass Sie so verzweifelt sind. Warum suchen Sie Ihre Cousine eigentlich?&quot;&lt;br /&gt;
Ihre Gedanken kreisten noch immer um Roger und seine vermeintliche Frau.&quot;Meine Cousine?&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Ja, Sie sagten doch, dass Frau Schröder Ihre Cousine sei und dass Sie sie nicht erreichen könnten.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Ach das&quot;, entgegnete sie lahm. Diese Lüge war ihr völlig entfallen. Was sagen? Wie konnte sie jetzt eine glaubhafte Geschichte erfinden? Sie kramte verzweifelt nach den Erinnerungen das abendlichen Dialoges.&lt;br /&gt;
&quot;Sie ist gar nicht Ihre Cousine, nicht wahr? Aber wen suchen Sie wirklich? Den Chef?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Satz wie ein Hammer. Sie erstarrte. War sie so leicht zu durchschauen? Wie peinlich, sie führte sich auf wie ein hysterischer Teenager. Ihr fiel einfach nichts ein, mit den Tränen kämpfend stand sie auf: &quot;Ich habe Sie schon viel zu sehr belästig, Herr Fellner, es tut mir leid. Ich denke, ich werde dann mal gehen.&quot; Nur ein leichtes Zittern in der Stimme, aber doch überzeugend gesagt, das musste reichen.&lt;br /&gt;
&quot;Papperlapapp&quot; schnob der alte Mann. &quot;Sie belästigen mich gar nicht und ich kann doch sehen, dass es Ihnen nicht gut geht. Hören Sie auf einen alten Kauz und lassen Sie sich sagen, dass die meisten Probleme viel leichter lösbar sind, wenn man mit jemanden darüber spricht, der nichts damit zu tun hat. Bleiben Sie ruhig noch, ich habe die ganze Nacht Zeit, muss nur ab und zu meine Runden drehen.&quot;&lt;br /&gt;
Sie setzte sich wieder, die Wärme, die der Wachmann ausstrahlte, tat gut. Er hatte etwas reales, unaufgeregtes, dass ihr ertwas Ruhe gab.&lt;br /&gt;
&quot;Sie müssen natürlich nichts erzählen, wenn Sie nicht wollen, aber trinken Sie wenigstens noch einen Tee, das beruhigt&quot;, fuhr er fort, während er Tee nachschenkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich hätte sie ihm gerne etwas erzählt, aber es ging immerhin um den &quot;Chef&quot;. Roger würde ausflippen, wenn er erfuhr, dass sie mit einem Angestellten über ihn geredet hatte. Sie betrachtete den freundlichen Mann, das schüttere Haare, die etwas trüben, aber wachen Augen und die sehnigen Hände, die ruhig auf dem Tisch lagen. Alte Hände, die warm und kräftig wirkten. Fast wie die ihres Großvaters, bevor sie vom Rheuma verformt worden waren. Eine der Hände in ihrem Blickfeld hob vom Tisch ab, berührte sie leicht am Unterarm, nur ein leichtes, beruhigendes Auflegen der Hand.&lt;br /&gt;
&quot;Alexa, machen Sie sich mal keine Sorgen. Wachmänner sind fast wie Priester, sie unterliegen auch der Schweigepflicht&quot;. Ein verschmitztes Lächeln und ein Nicken.&lt;br /&gt;
Sie musste lächeln. &quot;Na, immerhin ein Lächeln. Das ist doch schon was.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Sie erinnern mich an meinen Großvater&quot;, sagte sie unbedacht. &quot;Oh, ich meine, der wäre natürlich jetzt viel älter.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Schon klar, aber keine Sorge, ich finde das eher schmeichelnd. Sie können mich auch ruhig Papa Kauz nennen, das ist nicht so steif wie Herr Fellner&quot;. Wieder ein aufmunterndes Lächeln.&lt;br /&gt;
Ein Lächeln, das wie ein Sonnenstrahl an einem kalten Wintertag auf ihr Gemüt fiel. Sie griff nach der Tasse, nahm einen Schluck und sagte: &quot;Danke. Sie haben mir echt geholfen.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Keine Ursache. Wollen Sie mir denn nicht vielleicht doch erzählen, was eigentlich passiert ist? Ich kann gut zuhören.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie zögerte. Er strahlte Vertrauen aus, ihm könnte man wohl einiges erzählen, aber wieder kam die Besorgnis, was er davon hielte, wenn er es erführe Aber sie musste ihm ja nicht sagen, dass es um Roger ging. Aber dann würde er sich fragen, warum sie nach Frau Schröder gefragt hatte. Anlügen mochte sie ihn auch nicht. Es würde gut tun, mal mit jemanden wirklich zu reden. Für und Wider überschlugen sich, sie wollte reden und auch wieder nicht. Sie öffnete den Mund, schloß ihn wieder.&lt;br /&gt;
&quot;Wissen Sie was, ich mache uns mal ein paar Schnittchen. Sie haben bestimmt noch nichts gegessen. Sind zwar nur Käsebrote, die ich machen kann, aber besser als nichts.&quot; Stand auf und fing an, in der Kitchenette herumzuklappern.&lt;br /&gt;
&quot;Käsebrote. Mit Emmentaler?&quot;, fragte sie, als sie beim Schneiden des Käses beobachtete.&lt;br /&gt;
&quot;Natürlich mit Emmentaler, das ist der beste Käse, um die Zunge zu lösen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie lachte. Herzlich und tief aus dem Bauch heraus. Er stimmte ein. Für einen Moment fühlte sie sich wie damals, als ihr Großvater bei gemeinsamen Ausflügen das Proviant verteilte und immer sagte: Hier, iss ´ne Käsebemme, das gibt Kraft.&lt;br /&gt;
Sie erzählte Papa Kauz von den Käsebemmen. &quot;Sehen Sie, alte Männer wissen eben einiges.&quot; Er schmunzelte.&lt;br /&gt;
Sie holte tief Luft, schaute auf den Boden und begann zu erzählen.</description>
    <dc:creator>toxea</dc:creator>
    <dc:subject>Frei Erfunden...</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 toxea</dc:rights>
    <dc:date>2007-08-05T19:22:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://grenzgang.twoday.net/stories/4116892/">
    <title>Papa Kauz</title>
    <link>http://grenzgang.twoday.net/stories/4116892/</link>
    <description>&quot;Der hat keine, der lebt allein&quot; Keine Familie. Die Worte des Wachmannes echoten durch ihren Kopf, wie betäubt drehte sie sich um und lief davon.&lt;br /&gt;
&quot;Junge Frau, was ist denn? Kann ich was für Sie tun&quot;, rief der alte Mann hinter ihr her, aber sie reagierte nicht. Wut und Verzweiflung schlugen in Wellen über ihr zusammen. Was sollte das? Wieso erzählte er in epischer Breite von seiner Frau und den Problemen mit ihr, hatte aber gar keine. Das konnte doch alles nicht sein. Der alte Mann war verwirrt. Das war es. Er hat sich geirrt. Nein, so alt war der gar nicht, außerdem machte er einen ganz klaren und nüchternen Eindruck. Er müsste es doch wissen, wenn es eine Frau gäbe. Sie verstand es einfach nicht. Wie konnte er Spaß daran finden, sie so anzulügen? Hatte er solche Angst, dass sie ihm zu nahe kam? Oder hatte er noch mehr Affairen, von denen keiner etwas wissen sollte? Das musste es sein. Noch eine illegitime Verbindung, eine Frau, mit der er schon lange eine Beziehung hatte, aber die er auch geheim hielt. Aber die Kinder. Wieso auch noch Kinder, die ließen sich doch kaum verheimlichen. Aber konnte er wirklich Kinder erfinden? Das war doch krank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plötzlich klopfte es. Sie erschrak fast bis zur Ohnmacht. Sie saß wieder im Auto, ohne wirklich zu wissen, wie sie dahin gekommen war.&lt;br /&gt;
An der Fahrertür stand der Wachmann und klopfte ans Fenster: &quot;Hallo, fehlt Ihnen was? Sie sehen aber gar nicht gut aus. Kommen Sie mal mit zu mir ins Büro, da mache ich Ihnen erstmal einen Tee.&quot;  Jetzt nur nicht weinen. Aber genau das wollte sie eigentlich am liebsten. Nur noch weinen, bis sie leer war.&lt;br /&gt;
Sie drehte das Fenster runter, versuchte eine Lüge. &quot;Geht schon, machen Sie sich mal keine Sorgen.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Ne, ne, junge Frau, Sie fahren mir so nicht Auto. Sie sehen aus wie der Tod, so lasse ich sie nicht weg.&quot; Schon schossen ihr Tränen in die Augen, die Worte erstickten im Schluchzen. Der Wachmann öffnete die Fahrertür, reichte ihr die Hand und sprach beruhigend auf sie ein, während er das Fenster und den Wagen schloß. Sie stand da wie ein Trottel, unterdrückte mühsam das Weinen und überließ ihm die Regie. Väterlich legte er die Hand auf ihren Arm, führte sie zu seiner Wachstube und bot ihr einen Sessel an. &quot;Setzten Sie sich mal hin, Kindchen. Ich mache erst mal einen guten, starken Tee. Dann kommen Sie erst mal wieder zu sich.&quot; Hantierte in der kleinen Küchenzeile und sprach weiterhin harmlos beruhigend vor sich hin.&lt;br /&gt;
Sie fühlte sich wie ein Roboter, ohne Gefühle. Außer vielleicht Schmerz, der saß tief in ihrer Brust und wütete, aber so richtig spüren konnte sie sogar das nicht. Ihr Kopf war leer, sie fühlte sich wie eine leere Tonne, auf die jemand permanent mit Hammern einschlug.&lt;br /&gt;
Der alte Mann schob ihr einen halbvollen Becher Tee zwischen die Hände: &quot;Nicht, dass Sie sich da noch dran verbrennen, die Wärme soll Ihnen gut tun.&quot; Sie nahm den Becher, schaute in die Tasse. Tee mit Milch. Die einzige Art wie sie Tee mochte. Sie war gerührt. Sie ließ die Tränen zu, nippte am Tee und flüsterte ein Danke.&lt;br /&gt;
&quot;Ach, da nicht für&quot;, der Wachmann setzte sich. &quot;Ich hab&apos; mich ja gar nich&apos; vorgestellt. Karl Fellner ist mein Name, aber alle nennen mich Papa Kauz.&quot; Er lächelte auffordernd.&lt;br /&gt;
&quot; Oh, wieso denn Papa Kauz?&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Ach, als ich hier mit der Nachtwache anfing, habe ich eine junge Eule gefunden, die  hatte sich den Flügel gebrochen und ich hab&apos; sie aufgepäppelt. Eine Weile hab&apos; ich die Eule nachts mit in den Dienst genommen und so wurde ich zu Papa Kauz. Mir gefällt&apos;s. Irgendwie bin ich ja ein alter Kauz. Aber mit wem habe ich denn das Vergnügen?&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Ach, Entschuldigung. Alexa Wehner.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Alexa. Schöner Name. Und selten. Darf ich Alexa sagen?&quot; Ein Nicken. &quot;Dann erzählen Sie doch mal, Alexa, was Sie so bedrückt.&quot;</description>
    <dc:creator>toxea</dc:creator>
    <dc:subject>Frei Erfunden...</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 toxea</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-29T11:28:23Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://grenzgang.twoday.net/stories/3899815/">
    <title>Entdeckung</title>
    <link>http://grenzgang.twoday.net/stories/3899815/</link>
    <description>Sie fuhr zu seinem Büro. Es war zwar nicht wirklich wahrscheinlich, dass er noch dort war, aber einen anderen Anhaltspunkt hatte sie ja nicht. Wahrscheinlich wäre er längst zu Hause, bei Frau und Kindern, den perfekten Familienvater gebend. Das konnte sie sich lebhaft vorstellen. Wenn sie doch wenigstens wüsste, wo er wohnte. Aber trotz aller Recherchen war es ihr nicht gelungen, das herauszubekommen. Sie wusste nur, dass er im Westen wohnte, da wo man wohnte, wenn man Geld an den Füßen hatte. Sie hatte überlegt, sich als Lieferantin auszugeben, um so in seiner Firma an die Adresse zu kommen, aber das war ihr dann doch zu peinlich gewesen, wenn er davon Wind bekommen hätte, wäre sie vollkommen unten durch. Die Gedanken überschlugen sich in ihrem Hirn, was würde sie tun, wenn er nicht im Büro wäre? Und was, wenn er es wäre? Das wäre einfacher. Wenn da noch jemand wäre, würde sie einfach hineinstürmen und nach ihm fragen, der Rest würde sich dann schon ergeben. Wahrscheinlich würde sie vor Wut kaum ein Wort herausbekommen oder ihn verfluchen. Sie wusste es nicht, aber erst mal musste sie ihn finden. Und wenn er nicht da wäre? Ja, dann würde sie wahrscheinlich so lange wütend durch die Gegend fahren, bis die Wut in Tränen umschlug und sie frustriert und todtraurig nach Hause fuhr, um sich dann mit einem Glas Wein zu trösten. Dem guten, den sie nur für ihn gekauft hatte. Sie hätte vor Wut ins Lenkrad beissen mögen. Sie war angekommen. Da lag die Firma im Dunkeln. Na ja, was hatte sie auch erwartet. Es musste gegen 11 Uhr sein, so lange arbeitete er dann wohl doch nicht. Sie hielt. Starrte auf das dunkle Firmengebäude. Stieg aus und lief den Zaun entlang, Richtung Eingang. Wozu eigentlich, war doch eh niemand mehr da. Sie ging trotzdem weiter, schaute die Hausfront entlang, sah in die verschwiegenen Fenster, die trotzig dumpf in die Nacht hinausstarten. Die würden ihr nichts verraten. Sie suchte den Hof mit den Augen ab, aber da war nichts zu sehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na, junge Frau, was haben wir denn vor? Sie erschrak fast zu Tode. Verlor für einen Moment das Gleichgewicht und strauchelte während sie sich hektisch zur Stimme drehte. Ein Sicherheitsmann guckte sie zwar verwundert, aber nicht unfreundlich an. Wen suchen Sie denn hier um diese Zeit. Kurze Panik, Aussetzen aller Gedanken, was sollte sie bloss sagen? Äh ich suche Frau Schröder, die arbeitet hier und ich kann sie nicht erreichen. Das klang ja nun nicht gerade sinnvoll, aber immerhin wusste sie, dass seine Sekretärin Schröder hiess. Einmal hatte sie in der Firma angerufen, als er sich wieder mal ewig nicht gemeldet hatte. Er hatte sich damals furchtbar darüber aufgeregt. &lt;br /&gt;
Um diese Zeit? Gute Frau, hier arbeitet um diese Zeit kein Mensch mehr. &lt;br /&gt;
Ja, ich weiss, aber zu Hause ist sie nicht, und ans Telefon geht sie auch nicht, auch nicht an ihr Handy und da habe ich gedacht, ich gucke mal hier.&lt;br /&gt;
Na, da kommen sie besser morgen früh wieder. So spät ist hier keiner mehr. Höchstens der Chef, aber der ist auch schon gegange. Schon vor 3 Stunden.   &lt;br /&gt;
Ja, aber Frau Schröder ist doch seine Assistentin, die arbeitet auch oft lange.. Wie lahm das klang, als würde sie dem Wachmann die Welt erklären wollen. &lt;br /&gt;
Ach, die meinen Sie? DIE Frau Schröder, na, da kann ich sie beruhigen. Die hat mit dem Chef zusammen die Firma verlassen. Da machen sie sich mal keine Sorgen. Der Wachmann, schon deutlich über sechzig, schaute sie leutselig an und versuchte ein freundlich-aufmunterndes Lächeln. &lt;br /&gt;
Oh, das ist gut. Sind die beiden denn zusammen weggefahren? Ihr Herz schlug bis zum Hals, sollte er tatsächlich eine Affaire mit seiner Sekretärin haben?&lt;br /&gt;
Der Wachmann guckte sie verdutzt an. Nein, er ist mit seinem Wagen weggefahren und sie mit ihrem. Warum wollen Sie das denn wissen? Er musterte sie mit leicht fragendem Blick. &lt;br /&gt;
Vielleicht weiss er ja, wo sie ist. Ich weiss nicht mehr, wo ich noch suchen soll. Am Ende ist ihr was passiert. Am Ende lag sie jetzt mit ihm in den Federn, eine Horrorvorstellung. Sie schenkte dem Wachmann ein hilfloses Lächeln.&lt;br /&gt;
So schlimm wirds schon nicht sein. Vielleicht ist sie mit Freunden unterwegs und die Batterie vom Handy ist leer. So was passiert. Es war ja freundlich von ihm, dass er sie beruhigen wollte, doch wie konnte sie jetzt nach seiner Adresse fragen? Vielleicht können Sie mir ja seine Telefonnummer geben? Ich möchte seine Familie ja nicht gern so spät stören, aber ich mache mir echte Sorgen um meine Cousine. &lt;br /&gt;
Ihre Cousine ist das? Hmm, na um die Familie vom Chef müssen sie sich keine Gedanken machen, der hat keine, der lebt allein. Aber stören möchte ich ihn um diese Zeit trotzdem nicht.</description>
    <dc:creator>toxea</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 toxea</dc:rights>
    <dc:date>2007-06-18T20:01:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://grenzgang.twoday.net/stories/3872212/">
    <title>Später Abend</title>
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    <description>Natürlich war er nicht gekommen. Er hatte sie zum Narren gehalten. Oder hatte sich mal wieder irgendeine andere Gelegenheit nicht entgehen lassen können. Was auch immer. Sie kannte das. Sie hatte so oft auf ihn gewartet, dass sie schon Schwielen an der Seele hatte. Irgendwann würde er dann unvermittelt vor der Türe stehen, mit lausbübischem Grinsen sagen, dass es ihm leid täte, aber er hätte nun einmal einen dringenden Geschäftstermin gehabt. Klar, abends nach zehn gehörte das ja wohl zur Tagesordnung. Hielt er sie den wirklich für so blöd? Sie wunderte sich ja schon, dass seine Ehefrau das alles schluckte und anscheinend keinerlei Zweifel an der Strebsamkeit und dem emsigen Fleiß ihres Herrn Gatten hatte. Er hatte zwar immer mal gesagt, er müsse zu Hause wieder ein wenig für Gut Wetter sorgen, aber ernsthafte Probleme schien es nie zu geben. Es war eigentlich erstaunlich, wie wenig sie von ihm wußte. Von seiner Frau und der Familie wollte sie eigentlich auch nichts wissen, denn so wahnsinnig toll fand sie das Leben als Zweitfrau nun auch wieder nicht, dass sie das Gefühl, nur eine Art Gespielin zu sein, noch durch faktisches Wissen über die andere Frau füttern musste. Sie war stocksauer. Sie kam sich so unendlich blöd vor, hatte sich im Grunde fast schon angebiedert und er hatte nur ein Spielchen mit ihr getrieben. In Gedanken das Gespräch des Nachmittages durchgehend, zündete sie sich eine Zigarette an und nippte am Wein, den sie natürlich extra besorgt hatte. Nur für ihn, weil er ihn so gerne mochte. Ein Grund mehr sich zu ärgern und ihn zu verfluchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie legte die Stirn an das kalte Fenster, starrte in die Dunkelheit. Mistkerl, elender. Warum konnte sie sich nicht einfach auf theatralische Weise von ihm verabschieden, ihn genauso eiskalt ablaufen lassen, wie er es mit ihr tat? Warum hing sie denn immer noch an diesem Ekelpaket, dass sie im Grunde doch nur benutzte? Wut blubberte in kleinen Blasen durch ihre Gedanken und produzierte neue Wut. Nein, so konnte das nicht weitergehen. Sie musste ihn zur Rede stellen. Sie musste ihm einmal sagen, wie sehr er sie mit seinem Verhalten verletzte. Nein, das wäre wohl nicht gut, wenn sie ihre Verletzlichkeit so deutlich zeigte, würde das nur seine Position stärken. Aber sie wollte mit ihm sprechen, ihn anschreien, ihn zur Rede stellen, ihm zeigen, dass er so nicht mit ihr umgehen konnte. Sie würde zu ihm fahren. Nachsehen, ob er vielleicht noch im Büro war. Zu ihm nach hause konnte sie ja nicht fahren. Obwohl sie in dieser Stimmung sogar das erwog, aber sie wusste ja nicht einmal, wo er wohnte. Er hatte es ihr nie gesagt. Auch so eines der Dinge, die sie ihm an den Kopf knallen wollte. Er hatte immer gesagt, dass er seine Familie da komplett raushalten wollte. Da raushalten  allein die Wortwahl war verletztend. Als wäre das nur eine schmutzige Affaire, vor der man die Unschuldigen schützen müsse. Genau das. Genau das hatte er wohl damit sagen wollen. Ein scharfer Wutschmerz durchzuckte ihr Herz. Genauso behandelte er sie, wie eine kleine schmutzige Affaire. Das musste aufhören. Sie schnappte sich Handtasche und Jacke und stürmte aus dem Haus.</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 toxea</dc:rights>
    <dc:date>2007-06-16T19:23:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://grenzgang.twoday.net/stories/3797687/">
    <title>Die Gespielin - Fortsetzung</title>
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    <description>Sie seufzte. Nahm den Hörer und wählte. Klingeln. Herzschlag beschleunigt. Vielleicht ging er ja nicht dran. Wäre vielleicht besser. &lt;br /&gt;
Ach, Du bist es. &lt;br /&gt;
Für einen Moment blieb ihr der Atem stehen. Ein heller Stich in ihrem Hirn. &lt;br /&gt;
Ja, ich bin das. Na, sprichst Du noch mit mir? Vielleicht würde etwas Ironie die Situation schneller lösen. &lt;br /&gt;
Nein, eigentlich nicht.&lt;br /&gt;
Ja, Du hast ja recht. Es tut mir leid, ich habe mich unmöglich benommen. Das würde sicher nicht reichen. Sie musste viel mehr Schmerz und Selbstvorwürfe auftragen, sonst schluckte er die Entschuldigung nicht. &lt;br /&gt;
Unmöglich. Das ist milde ausgedrückt &lt;br /&gt;
Große Güte, er wollte wirklich die ganze Wimmernummer. Nun gut, das konnte er haben:&lt;br /&gt;
Hey, ich weiss, ich habe mich angestellt wie eine gehirnamputierte Pute. Es tut mir echt leid, ich weiss auch nicht, was über mich gekommen ist, dass ich Dich so angeflaumt habe. Ich bin ein Trottel. Ich weiss, Du hast viel um die Ohren und da komme ich und verderbe Dir auch noch die paar Momente, in denen Du Dich mal entspannen willst. Kann ich das wiedergutmachen? Denn letzten Satz mit leichtem Gurren in der Stimme, leicht verhaucht, kokette Anspielung. Sie schloss die Augen. Was sie hier veranstaltete war nachgerade widerlich, aber sie musste dadurch. Anders ging es nicht. Sie wollte wissen, ob sie ihn zurückbekam.Wollte nicht abgewiesen werden, das würde sie nicht ertragen. &lt;br /&gt;
Komm, sei mir wieder gut. Ich will Dir doch nur guttun und dann kommen doch so kleine Momente, in denen ich es so wahnsinnig bedaure, Dir nicht mehr sein zu können. Aber glaub mir, ich hab das wieder im Griff. Ich will.  So langsam musste jetzt etwas von ihm kommen. Atemloses Lauschen. &lt;br /&gt;
Hmmm.. Du hast mir schon ziemlich den Tag verdorben?... Na und, schrie es in ihr, Du hast mir Wochen und Monate zur Hölle gemacht, immer wieder habe ich auf Dich gewartet, Du elender Wurm nein, sofort den Rückwärtsgang einlegen, alles runterschlucken. Sie würgte. &lt;br /&gt;
Oh, das tut mir so leid. Ich kann mich ja selbst kaum verstehen. Komm, bitte, vergiß es doch. Ich lasse mir auch etwas ganz besonderes für Dich einfallen. Du weisst schon Kokettes Lachen. Innerlich schüttelte sie sich. &lt;br /&gt;
Hmmm. Mal sehen. Er zierte sich. Na gut, dann eben noch ein wenig mehr Gegurre. &lt;br /&gt;
Na komm, lass mich Dich entspannen Du hast doch sicherlich wieder viel zu viel gearbeitet. Ich kümmere mich ein wenig um Dich.. Sie spulte das ganze Programm ab, legte laszives Hauchen in die Stimme, gurrte, schnalzte und spielte auf der ausgeleierten Tastatur der Klischeés, wohl plazierte Schlüpfrigkeiten, leicht frivoles Getue, ein bisschen Dirty Talk. Manchmal dachte sie, dass er doch merken müsse, wie abgedroschen das alles war. Merkte er wohl auch, aber solange er bekam, was er wollte, war es ihm wohl egal. Endlich kam es: Mach Dich hübsch für mich, ich komme heute abend bei Dir vorbei. Bis dahin. Und legte auf. &lt;br /&gt;
Das war also geschafft. Der Streit war so gut wie vergessen, der Rest würde sich heute abend erledigen. Sie fror. Sah in den Spiegel. Bah, es war schlicht gesagt wiederlich, was sie da eben getan hatte. Aber es hatte sein müssen, sonst wäre sie wieder in einer Selbstzerfleischungsorgie gestrandet. Wenn nur nicht dieses kalte, spitze Gefühl in ihr wäre, dass sich gnadenlos in ihrem Hirn aubreitete wie ein heftiger Kopfschmerz. Sie schob das Gefühl mit Macht zur Seite und begann mit dem Ritual der Vorbereitung. Wenn sie das ganze Programm durchzog würde sie sicher zwei, drei Stunden brauchen. &lt;br /&gt;
Abtritt denkendes Wesen. &lt;br /&gt;
Auftritt lose lockende Gespielin.</description>
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    <dc:date>2007-06-03T16:00:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://grenzgang.twoday.net/stories/3334339/">
    <title>Die Gespielin</title>
    <link>http://grenzgang.twoday.net/stories/3334339/</link>
    <description>...&lt;br /&gt;
Ich wollte doch nur wissen, wann wir uns sehen können. Vergiß es einfach. Mist. Tatsächlich hatten sich Tränen in ihr zusammengerottet und wollten mit aller Macht geweint werden. &lt;br /&gt;
Tu nicht so scheinheilig. Du will mir doch ein schlechtes Gewissen machen, weil ich nie genug Zeit für Dich habe.&lt;br /&gt;
Nein, wollte ich nicht und will ich nicht. Ich möchte doch nur wissen, ob Du schon weißt, wann wir uns demnächst sehen können. Ich will mir ja vielleicht auch mal was anderes vornehmen. &lt;br /&gt;
Ja ja, nur eine Frage. Und als nächstes kommt ein Seufzer. Puhhhh. Wie ich solche versteckten Botschaften hasse.&lt;br /&gt;
Da war sie wirklich wütend geworden. Es war eine berechtigte Frage gewesen und er versuchte, ihr daraus einen Strick zu drehen, wollte sie klein kriegen, damit sie sich am Ende entschuldigte, obwohl sie überhaupt nichts falsch machte. Sie wollte nur wissen, wann er sich wieder ein paar Stunden für ein kurzes Tete à Tete stehlen konnte. War das denn eine so unzumutbare Frage? Warum mußte er immer gleich ein Drama daraus machen, als wolle sie ihn festnehmen. Große Güte, mehr als ein- zweimal in der Woche wollte sie ihn doch ohnehin nicht sehen. Sollte er doch bleiben, wo der Pfeffer wuchs. Sich eine andere Idiotin suchen. Sie brauchte ihn nicht. Elender Mistkerl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du weisst ganz genau, dass es meiner Frau gerade nicht so gut geht. Da kann ich nicht einfach so für ein paar Stunden verschwinden.&lt;br /&gt;
Die moralische Keule. Oh, wie sie es verabscheute, wenn er sich als Gutmensch darstellte, in voller Sorge um das holde Weib. Sie war einfach nur noch wütend gewesen. Sie suchte wutentbrannt in ihrem Hirn nach einer Bemerkung, die ihn von seinem moralischen Sockel holen würde. Sie wollte ihn verletzten, ihm zeigen, dass sie ein Biest war, dass er nicht klein kriegen würde. Sie hatte sich gesammelt und gesagt: Klar. Nachtschwester Ingeborg hat ihren trauten Gatten fest im Griff und beherrscht ihn durch wohl plazierte Angstattacken, da muß sich der Held natürlich sofort ins Supermann-Kostüm werfen und zur Hilfe eilen.    &lt;br /&gt;
Das hatte gesessen. Nicht allein, dass er es nicht leiden mochte, wenn sie seine Frau Nachtschwester Ingeborg nannte, er konnte es noch weniger ertragen, wenn sie ihn als Pantoffelheld karrikierte. Er hatte die Farbe gewechselt. Seine Stimme hatte gezittert. &lt;br /&gt;
Weißt Du was, das brauche ich echt nicht. Wenn ich zu Dir komme, dann sicherlich nicht, um zusätzlichen Ärger zu haben und blöde Diskussionen will ich auch nicht. Bei Dir will ich doch eigentlich mal alles vergessen. Etwas Entspannung erleben und Spaß haben. Das weißt Du genau. Ich habe Dir nie etwas anderes versprochen.     &lt;br /&gt;
Nein, das hatte er wirklich nicht. Aber so deutlich wollte sie auch nicht hören, dass sie nur ein Zeitvertreib für ihn war. Sie sammelte Munition, badete in ihrer Wut und schmetterte mit kalter und arroganter Stimme einen Satz in den Raum: Schön. Dann leg das Geld bitte auf den Nachttisch bevor Du gehst.     &lt;br /&gt;
Treffer. Versenkt. Er hatte sie voller Wut angestarrt, hatte ein paar Worte zwischen den Zähnen hervorgepresst, die sie nicht verstanden hatte. &lt;br /&gt;
Aber es war ihr auch egal gewesen. Er war gegangen und würde wohl so schnell nicht wiederkommen. Dann eben nicht. Das war ihr doch egal. Wer brauchte einen so öden Kerl, der sie eh nur benutzte? Sie schon mal gar nicht. Sie schlang den Morgenmantel fester um den Körper, richtete den Kopf auf und schaute herausfordernd in den Spiegel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie war wütend. Tobte innerlich vor Zorn. Wollte ihn erwürgen, ihn schlagen und ihm einbläuen, dass er so nicht mit ihr umgehen konnte. Wollte sich entschuldigen. Sie hatte den Bogen überspannt, vielleicht käme er nie wieder. Verliesse sie ganz. Sie musste doch froh sein, wenn überhaupt jemand sie wollte. Gedankenkaskaden stürzten durch ihr Hirn und einzelne Gedanken liefen Amok, schlachteten alles, was ihnen in den Weg kam, grausam ab und überschwemmten sie mit Selbsthass. Der Selbsthass ernährte sich von den Leichen der gemeuchelten Gedanken, Schuldgefühle sprossen aus dem Sumpf der Wut. Was hatte sie da wieder angerichtet, sie war einfach ein nutzloses Wesen. Gehörte geschlagen. Er hatte doch wirklich nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie nur Nebenfrau sein sollte. Gespielin eben. Damit hatte sie sich einverstanden erklärt. Also was wollte sie eigentlich. Aber waren die Motive allein dadurch moralisch unangreifbar, weil man sich offen und rücksichtslos zu ihnen bekannte? &lt;br /&gt;
Nein, sie hatte sich falsch verhalten. Sie hatte zu akzeptieren, dass er die Spielregeln vorgab. Sie hatte nicht anstrengend zu sein. Es war nicht an ihr, eine Forderung zu stellen. Sie hatte froh zu sein, dass er sie wollte.  Sie schlug mit der geballten blauen Faust in den Spiegel. Dumpfer Schmerz verdrängte einen Teil der Gedanken. Noch ein Schlag. Dann noch einer. Ein Knacken. Ein scharfer Schmerz. Offensichtlich war ein Finger angeknackst oder gebrochen. Der Schmerz war intensiv. Pulsierend, reissend wie ein Tier. Brennend. Er tötete alle Gefühle. Sie schaltete auf Autopilot. Suchte nach einer Eiskompresse und sperrte alles Denken und Fühlen, dass nicht Schmerz war, aus. Der Schmerz übernahm das Ruder. Das kannte sie schon. Das war einfach.</description>
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    <dc:date>2007-02-18T09:31:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://grenzgang.twoday.net/stories/3147965/">
    <title>Ein Telefonat - Samstag abend</title>
    <link>http://grenzgang.twoday.net/stories/3147965/</link>
    <description>Was sollte sie darauf sagen? Ach, ich habe nur Kopfweh. Na Klasse, grandiose Erklärung. Nun sollte er schnell sein Sprüchlein aufsagen, dann würde sie kurz und kühl reagieren und dann hätte sie es hinter sich. &lt;br /&gt;
Oh, das tut mir leid. Schlimm? Dann kommt mein Vorschlag wohl recht ungelegen. &lt;br /&gt;
Vorschlag? Was sollte das denn jetzt? Ach, geht schon. Was ist denn? Kannst Du heute abend nicht? &lt;br /&gt;
Nein, wie kommst Du denn darauf? Ich wollte Dich eigentlich fragen, ob wir uns nicht früher treffen wollen. Dann könnten wir noch etwas essen gehen bevor wir... Ich habe nämlich eine Überraschung für Dich. &lt;br /&gt;
Eine Überraschung? Sie schien nur zum Echo fähig zu sein. Was für eine Überraschung denn? So konnte er ja wohl kaum noch eine Absage einleiten. &lt;br /&gt;
Ja, stell Dir vor, ich habe uns Premierenkarten fürs Theater besorgt, habe ich von einem Kollegen bekommen, dem kurzfristig etwas dazwischen gekommen ist. Hättest Du denn Lust auf Theater? Du klingst ja nicht richtig fit. Wenn es Dir nicht gut geht, können wir das natürlich lassen. &lt;br /&gt;
Also doch. Er suchte nach einem Weg, die Verabredung zu canceln, da kam ihm ihre vermeintliche Erkältung gerade recht. Typisch, nie um eine Ausrede verlegen. Tränen traten in ihre Augen. Sie schluckte. &lt;br /&gt;
Hey, Dir geht es echt nicht gut. Das tut mir leid. Soll ich einfach zu Dir kommen? Vielleicht kann ich Dich ein wenig pflegen? Ich kann uns ja was schönes kochen, was meinst Du? &lt;br /&gt;
Wie?. Keine Absage, keine Flucht? Er wollte herkommen? Hektischer Blick ins dunkle Fenster, sie sah aus wie ein Monster. Wie schön wäre es, wenn er jetzt einfach zu ihr käme.... Aber nein, so konnte sie sich niemandem zumuten. Ach, ich weiss nicht. Irgendwie bin ich heute nicht gesellschaftsfähig. Du hättest wenig Freude an mir. &lt;br /&gt;
Na, hör mal, das musst Du doch schon mir überlassen. Ich würde Dir gerne was gutes tun und wenn Du auf ausgehen keine Lust hast, kann ich mich ja vielleicht auch so ein bisschen um Dein Wohlergehen kümmern. Hm? Was sagst Du? Ich gehe schnell einkaufen und dann komme ich zu Dir. Du hast doch bestimmt wieder nichts vernünftiges im Kühlschrank... Leises Lachen kam durch die Leitung.&lt;br /&gt;
Oh ja, das wäre wunderbar. Ja, bitte, komm doch her. Nee, Du, lass mal sein. Wie gesagt, ich habe Kopfschmerzen und sollte mich wohl einfach hinlegen. Ich bin wirklich nicht gut zu ertragen. Vor allem für sich selbst nicht, was redete sie da eigentlich? Irritation machte sich in ihrem Hirn breit. Sie war so sicher gewesen, dass er absagen würde. Nun das genaue Gegenteil, was sollte sie davon halten. Mitleid  war das sein Motiv? Danke, aber das brauchte sie wirklich nicht. Noch ein Blick in das spiegelnde Fenster. Grundgütige, wie sah sie aus. Nicht präsentabel. Mist. Eigentlich würde sie ihn so gerne sehen, aber ... &lt;br /&gt;
Hallo? Bist Du noch da? Was ist denn mit Dir? &lt;br /&gt;
Nichts, nur Kopfweh. Vielleicht ist es besser, Du suchst Dir jemand anderen, der mit Dir ins Theater geht. Wärdoch schade um die Karten. Premierenkarten auch noch, Du bist ja echt ein Glückskind. &lt;br /&gt;
Das Theater ist doch nicht so wichtig. Ich habe mich auf den Abend mit Dir gefreut. Ich komm einfach zu Dir und dann schauen wir mal, obs Dir nicht bald besser geht. Na, komm. Sag ja. &lt;br /&gt;
Wollte er jetzt die Rolle des Mätyrers spielen? Schau her, ich bin so ein edler Freund, dass ich Dich auch ertrage, wenn Du unleidlich bist. Wollte er ihr das sagen. Nein, so einfach war das nicht. Sie wollte kein Mitleid. Bestimmt nicht. Wut gurgelte durch ihr Denken. Das passte doch gar nicht zu ihm. Er machte ja fast den Eindruck, als sorgte er sich um sie. Das war doch alles nur Theater. Es war nicht klar, wohin das führen oder wofür das gut sein sollte, aber es war klar, dass er jetzt schon genervt war. Sie konnte doch den Unterton in seiner Stimme hören. &lt;br /&gt;
Na, Du willst heute nicht mit mir sprechen, wie? Macht nichts, wir können auch einen stillen Abend verbringen. Hättest Du denn auf irgendetwas Appetit? Wie wärs mit selbstgemachten Ravioli? Oder eher ein Salat? &lt;br /&gt;
Ich mag eigentlich nichts essen. Ich will Dir nicht den Abend verderben, ich bin wirklich nicht präsentabel. Du findest bestimmt jemanden, der Dich besser unterhält. Es tut mir leid, aber wir sollten unser Treffen verschieben. Alles in ihr strafte sie Lügen, wie gerne hätte sie ihn jetzt gesehen. Ein ruhiger Abend, ein schönes Essen, das wäre wunderbar. Aber er tat es ja bestimmt nur aus Pflichtgefühl. Oder aus Mitleid. Das war ja fast noch schlimmer. Danke, aber darauf war sie dann ja wohl doch noch nicht angewiesen.&lt;br /&gt;
So schlimm? Das tut mir wirklich leid. Ich möchte Dich aber trotzdem sehen. Ich komme jetzt einfach zu Dir. Bis gleich. &lt;br /&gt;
Wie weit wollte er denn die Heldenrolle noch treiben? Nein, bitte nicht. Nimm es mir nicht übel, aber ich mag wirklich nicht. Ich brauche Ruhe. Ich wünsche Dir einen schönen Abend, tut mir leid, aber das hat heute keinen Sinn. Stille, aber ihr Herz schlug wie bei einem Hundertmeterlauf. Jetzt würde er sein wahres Gesicht zeigen. Gleich käme ein beleidigter Kommentar Na dann eben nicht oder ähnliches. &lt;br /&gt;
Hm. Ich weiss ja nicht, ob das wirklich das beste für Dich ist. Nun, dann bleiben wir eben beide zu Hause und wenn es Dir doch noch besser geht, dann rufst Du mich an und ich komme doch noch zu Dir. Ja? &lt;br /&gt;
Wollte er den Preis für den Gutmenschen des Jahres gewinnen? Sie legte ein heiteres Lächeln auf die Stimme. Ja, das mache ich. Aber besser ist es wohl, wenn Du einfach mit jemand anderem ins Theater gehst. Sei mir nicht bös. Lange hielt sie das nicht mehr durch. Sie hätte heulen können, sie wollte ihn sehen. Aber das ging einfach nicht. Er wäre schockiert, wenn er sie jetzt sähe. Klar, er spielte den edlen Ritter, aber das gehörte wohl zur Rolle. Er meinte es nicht so. &lt;br /&gt;
Scheint, als könne ich Dich heute nicht überzeugen. Schade. Dann hoffe ich, dass es Dir bald besser geht. Ruf mich an, wenn Du was brauchst oder wenn Du mich sehen magst. Ja, machst Du das? &lt;br /&gt;
Klar, tue ich. Aber warte nicht auf mich. Machs gut. Noch bevor er etwas erwidern konnte, hatte sie aufgelegt.</description>
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    <dc:date>2007-01-31T21:05:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://grenzgang.twoday.net/stories/3147989/">
    <title>Samstag nachmittag.</title>
    <link>http://grenzgang.twoday.net/stories/3147989/</link>
    <description>Sie konnte fühlen, wie der Ekel in ihr aufstieg. Sie sollte doch wohl froh sein, dass sich überhaupt jemand mit ihr verabredete. Das bischen Warten machte doch wohl nichts aus. Pünktlichkeit war doch eh was für Spiesser. Sie musste unbedingt lockerer werden, durfte nicht so verbissen sein, sonst würde sie wieder den ganzen Abend die Atmosphäre vergiften, weil sie des Ärgers über seine Verspätung nicht Herr wurde. Sie kannte das ja. Sie grummelte dann vor sich hin, war gereizt, wurde patzig. Er patze zurück und am Ende würden sie sich über eine Winzigkeit streiten, bis er dann irgendwann genug davon hatte und einfach ging. Dann würde sie den Rest des Abends heulend am Küchentisch sitzen und sich unendlich ärgern, dass sie sich nicht besser im Griff gehabt hatte, dass sie wieder so kleinlich gewesen war, dass sie nicht einfach akzeptieren konnte, dass er nun einmal nicht der pünktlichste Mensch der Welt war. Aber er konnte ja pünktlich sein. Bei anderen. Bei Leuten, die wichtig waren. Sie war ja nicht wichtig. Natürlich war sie nicht wichtig, wie konnte sie überhaupt solche Ansprüche stellen. Sie war kompliziert, zickig, unaustehlich, viel zu fett, hässlich und eigentlich eine Zumutung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ärger flammte in ihr auf. Ärger darüber, dass sie sich das Leben selbst so schwer machte. Ärger darüber, dass sie nicht duldsam sein konnte. Wut, gespeist aus der Erfahrung der Vergangenheit, kam hinzu. Sie hasste sich. Und wie so oft führte sie der Zorn wieder vor den Spiegel, um sie mit der Hässlichkeit ihres Wesens zu konfrontieren. Sie sah sich an, der Spiegel zeigte ihr ein Bild einer plumpen, dicken, hässlichen Frau. Ja, so sah sie wirklich aus. Widerlich. Und dann wollte sie sich beschweren, wenn man sie warten lies. Höhnisches Lachen drang aus ihrer Kehle. Sie musste doch wohl wirklich froh sein, dass sich überhaupt jemand für sie interessierte. War sie aber nicht. Sie spürte nur noch die Kränkung des Warten-Lassens, die Wut darüber, dass sie damit nicht klar kam, und den kalten Selbsthass, der ihre Gedanken aufwühlte und ihr das Gefühl der Nichtswürdigkeit vermittelte. Eine Welle heissen Zorns stieg in ihr auf. Sie war so wütend. Wut flammte in ihr auf und sie hatte das Gefühl, etwas zerstören zu müssen, um die Wut los zu werden. Sie hätte sich am liebsten selbst verprügelt. Sie begann zu zittern. Kein Gefühl hatte neben der Wut noch Platz. Wut und Zorn beherrschten Hirn und Gemüt. Sie schmiss die leere Kaffeetasse an die Wand, aber das half auch nichts mehr. Zorn hatte sie einem Schraubstock gleich fest umspannt, liess nicht locker, der Nacken wurde steif, schmerzte. Der Kopf wurde heiss, die Hände waren eiskalt und sie konnte kaum atmen, so sehr schnürte ihr die Wut die Brust ein. Sie schlug auf den Tisch. Der Schlag auf die Tischkannte schmerzte. Ein scharfer Schmerz, aber nicht genug. Ein weiterer Schlag auf den Tisch, dann gegen die Wand. Trommelnde Fäuste auf ihren Oberschenkeln. Wut. Wut. Wut. Noch ein Schlag gegen die Tischkannte. Diesmal war der Schmerz so scharf, dass sie für einen Moment keine Luft mehr bekam. Das war das Signal für das grosse Heulen. Sie kannte das. Wenn die Wut langsam ging, kam das heulende Elend und sie heulte sich die Augen aus dem Kopf bis alle Gedanken und Gefühle von der Macht der Tränen davongespült worden waren. Sie schlug mit dem Kopf gegen die Tischplatte und ergab sich den Tränen.</description>
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    <dc:date>2007-01-23T21:32:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://grenzgang.twoday.net/stories/3147898/">
    <title>Sonntag nachmittag</title>
    <link>http://grenzgang.twoday.net/stories/3147898/</link>
    <description>Draussen setzte die Dämmerung ein. Eine Tasse Kaffee mit beiden Händen umfassend stand sie am Fenster und sah in die aufkommende Dunkelheit hinaus. Die Hände schmerzten, die Wärme der Tasse verstärkte den Schmerz. Sie nahm es als verdiente Strafe hin. In den Hochhäusern gegenüber gingen in einigen Fenstern die Lichter an. Kleine Bühnen, die plötzlich vom Schlaglicht in den Vordergrund gebracht wurden. Lauter kleine Fernseher, die tonlose Alltagsszenen keinem Publikum präsentierten. &lt;br /&gt;
Überwiegend häuslich-familiäre Inszenierungen des vermeintlich sonntäglichen Friedens. Familien vor Fernsehern, Menschen in Küchen, das frühe Abendbrot vorbereitend, ein paar einsame Gestalten, die mehr oder weniger trübsinnig das ausgehende Wochenende ertrugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Direkt gegenüber eine Familie mit vier Kindern, dort schien das Leben zu Hause zu sein. Ständiger Trubel, zwei der  Kinder tobten mal wieder durch das Wohnzimmer, stürzten sich auf den Vater, der sich in gutmütiger Art mit ihnen balgte, während seine Frau kopfschüttelnd den Raum verliess, wahrscheinlich dabei noch einige mahnende Worte an die zur Laokoongruppe gewordenen Raufer richtend, es mit dem wilden Spiel nicht zu übertreiben. Sie sah dieser Familie gern zu, sie hatten etwas unschuldig-heiteres, unbeschwertes, fast schon tröstendes. Möglicherweise war aber auch deren Leben so verkorkst wie ihres. Vielleicht konnten die Eltern sich kaum noch ertragen, betrugen sich nur der Kinder wegen heiter und träumten von einem anderen Leben. Einer der Jungen war offensichtlich recht zurückhaltend und ein wenig verschlossen, sie sah ihn oft allein im Kinderzimmer, das er mit einem kleineren Geschwister teilte. Er las viel - wie sie es als Kind auch gerne getan hatte. Sie fragte sich, ob er das Lesen auch als Flucht begriff oder ob es für ihn einfach nur ein liebgewonnener Zeitvertreib war. &lt;br /&gt;
Wenn man kein eigenes Leben hatte, war es überaus spannend sich den Kopf über anderer Leute Denken und Tun zu zerbrechen. Bitterkeit und Einsamkeit färbten ihren Blick und legten sich auf ihre Empfindungen wie ein schlechter Geschmack. Nach und nach wurden mehr und mehr Fenster erleuchtet, die einzelnen Szenen traten in den Hintergrund, ein Mosaik aus lebenden Bildern. Mehr oder weniger lebenden Bildern, denn die meisten dort dargestellten Leben schienen von Gleichförmigkeit und Routine bestimmt und es kam ihr vor, als würde das Leben daran ersticken. Das Leben ruht in aller Herzen wie in Särgen. Sie hatte sich das Gedicht auf den Spiegel geschrieben. Sie schrieb sich oft selbst Botschaften auf den Spiegel. Eine Angewohnheit, die die wenigen Besucher gründlich irritierte, da sie normalerweise eher drastische Selbstbeschimpfungen enthielten. Als er das zum ersten Mal gesehen hatte, kommentierte er den am Spiegel prangenden Spruch Du bist so hässlich, Du Monster!! mit einem ironischen Na, hast Du unerwünschte Mitbewohner? und sie war sich ungeheuer albern vorgekommen. Danach hatte sie nur noch Gedichte an den Spiegel geschrieben, was er kommentarlos zur Kenntnis genommen hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gestrige Abend drängte sich wieder in ihr Bewusstsein. Erneut stieg Wut über ihre eigene Dummheit auf, eine Wut, die sich wie eine Harpune in ihrem Gemüt verhakte und regelmässig neue Wutimpulse aussandte. Sie wollte nicht daran denken. &lt;br /&gt;
Draussen war nun ganz dunkel geworden, fast alle Fenster waren erleuchtet, die ersten Vorhänge schlossen sich und weitere Stücke wurden als Privatissime gegeben. Was sollte sie mit diesem leeren Abend anfangen? Sie dachte darüber nach, ihn anzurufen. Eine Entschuldigung wäre vielleicht angebracht. Aber dann müsste sie am Ende erklären, was eigentlich los gewesen war. Noch schlimmer wäre es, wenn er vorschlüge, sich zu treffen. Wenn er ihre Hände und Arme sähe, gäbe es nur eine weitere inquisitorische Befragung. Das wollte sie auf keinen Fall. &lt;br /&gt;
Es war schon schwer genug, sich morgen für die Kollegen eine neue Ausrede einfallen zu lassen. Die hielten sie schon für den Grobmotoriker des Jahres, weil sie permanent von häuslichen Pannen und kleinen Unfällen heimgesucht wurde. Eine Kollegin hatte sie zur Seite genommen und besorgt gefragt, ob sie misshandelt würde. Sie hatte natürlich nicht direkt gefragt, sondern vorausgeschickt, dass sie solche Verletzungen mal bei einer Freundin gesehen habe, von der sie später erfuhr, dass ihr Mann sie geschlagen hatte. Sie war verblüfft gewesen, hatte lachend geantwortet, dass sie ja keinen Mann habe und hatte was von Bindegewebeschwäche und einem schlechten Immunsystem gefasselt, weil sie wusste, dass die Kollegin sich sehr für Immunsysteme und deren Stärkung interessierte. Erwartungsgemäß hatte sich das Gespräch auf die letzten Erkenntnisse zu Echninacea verlagert. &lt;br /&gt;
Irgendwie musste sie diesen Abend hinter sich bringen. Hunger nagte an ihr, aber sie wollte nichts essen. Sie wollte gar nichts mehr, vor allem nichts mehr fühlen oder denken. Da half nur noch Ablenkung durch Aktionismus, also würde sie den Abend putzend als häusliches Heimchen verbringen und hoffen, dass die äussere Ordnung ein wenig das innere Chaos betäuben würde. &lt;br /&gt;
Eins von vielen Ritualen, das so etwas wie Halt vermitteln sollte.&lt;br /&gt;
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    <title>Samstag  später Abend</title>
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    <description>Dann kam die Wut. Nicht völlig unerwartet, aber doch so heftig, dass sie selbst überrascht war. Was hatte sie sich denn da für eine Vorstellung geliefert. Viel blöder hätte sie sich ja wohl nicht anstellen können. Sie war doch einfach blöd. Er war doch wirklich nett gewesen, aber sie war so überzeugt gewesen, dass er sie einmal mehr verstetzen würde, dass sie im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung alle Zeichen auf Kollisionskurs gestellt hatte. Nun wäre es ja kein Wunder mehr, wenn er sich abwendete. Sie war ja selbst schuld. Nicht in der Lage, das, was sie eigentlich fühlte, auch zum Ausdruck zu bringen, statt dessen hatte sie eine Rolle gespielt, die in ihrer Stupidität wohl kaum noch zu übertreffen war. Dummes Fressen, die körperlose Stimme des Peinigers, die sich so fest in ihrem Hirn verwurzelt hatte, lachte hämisch und wiederholte die üble Beschimpfung immer wieder. Ja, sie war ein dummes Fressen und hatte es verdient, dass er sich nun abwandte. Aber er hatte doch recht liebevoll geklungen, vielleicht würde er, beunruhigt durch ihre offensichtliche Verletzlichkeit, von Sorge getrieben, doch noch einfach vorbeikommen. Aber dann konnte sie sich ihm so nicht präsentieren. Aufrüschen war natürlich nicht drin, das würde merkwüdig anmuten. Sie, die ja solche Kopfschmerzen vorgegeben hatte, konnte ja nicht in perfektem Outfit die Türe öffnen, wenn er käme. Wenn er denn käme. Was für eine Folter würden die nächsten Stunden nun werden, wie lange sollte sie damit rechnen, dass er vielleicht doch noch spontan vorbeikam. Ach, es war eine furchtbar verfahrene Situation. Sie schaute zum Fenster, ihr Spiegelbild sagte ihr, dass sie bestenfalls zur Besetzung einer Horrorrolle in der Geisterbahn zu gebrauchen war. Sie war wirklich ein Bild des Schreckens und des Jammers. Und warum? Nur weil sie sich nicht von dem Gedanken der Zurückweisung befreien konnte. Sie hatte sich so sehr in diesen Gedanken verrannt, dass sie alles dafür getan hatte, dass es auch so kam. Sie konnte ihn ja noch nicht einmal dafür verurteilen, sie würde ja auch mit Abwehr reagieren, wenn ihr jemand so begegnete. Eine Welle der Wut spüllte durch ihr Gehirn, trug alle Gedanken hinfort. Im Strudel der Wut kamen Gefühle der Angst, des Hasses, des sehr kalten Hasses und eine Ahnung von Verzweiflung auf. Die Gefühle durchtränkten ihr Gehirn wie einen durstigen Schwamm. Sie wusste kaum, wie sie diese Welle der unteschiedlichsten Gefühlsregungen ertragen sollte. Bödes Fressen echote es durch ihr Denken, sie war wirklich unerträglich und es war zu erwarten, dass sich niemand freiwillig dieser Unsäglichkeit ihres Seins annehmen oder sie zu ertragen versuchen würde. Sie war das Letzte. Wie konnte sie diesen Gedanken verdrängen? Hastig und ohne Genuß rauchte sie einige Zigaretten, öffnete eine Flasche Wein  denn hätte sie jetzt mit ihm zusammen trinken können, wäre sie nicht so unendlich dämlich. Das erste Glas kippte sie viel zu schnell hinunter. Aber egal, sie hatte Kopfschmerzen vorgetäuscht, nun konnte sie auch welche bekommen. Das wäre mehr als gerecht. Sie zündete die nächste Zigarette an. Beobachtete die Glut und dachte an die Erlösung durch den Gegenschmerz. Nein, das wollte sie nicht. Das würde nicht wirklich helfen, aber... Ja, immer dieses Aber. Der Peiniger schickte ihr böse Gedanken, das war seine Stunde und er nutzte sie. Wie sollte sie ihn zum Schweigen bringen, wenn nicht so? Dann hörte sie plötzlich Schritte im Treppenhaus. War das er? Das Herz schlug ihr bis zum Hals. Panik, Hektik und eine ungeheure Spannung bauten sich in ihr auf. Die Schritte hielten an, scheinbar direkt vor ihrer Tür. Sollte sie öffnen, wenn es nun klingelte. Schlüsselklirren. Nein, er hatte keinen Schlüssel, er konnte es nicht sein. Die Welt verabschiedete sich beinahe, sie war nur noch Gehör. Anspannung bis in die letzte Faser ihres Bewußtseins. Stille. Qual ohne Ende. Kein Geräusch. Dann Schritte, die ihren Weg die Treppe hinauf suchten. An ihrer Tür vorbei. Er war es nicht. Wie auch? Sie war ja wirklich nicht wert, dass man nach ihr sah. Was hatte sie sich eigentlich eingebildet? Blödes Fressen, sie musste die Stimme des Peinigers zum Schweigen bringen, ihn betäuben. Noch ein Glas Wein, aber das reichte natürlich nicht. Blick auf die Zigarettenglut. Nein, das nicht. Ihre Hand umschlang das zarte Weinglas immer fester. Würde es brechen. Sie drückte fest zu. Fester. Dann das Gefühl des splitterndenden Glases in ihrer Hand. Sie spürte den Schmerz kaum, drückte fester zu. Das war nur der Anfang. Sie hatte es nicht besser verdient.</description>
    <dc:creator>toxea</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 toxea</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-17T21:26:00Z</dc:date>
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