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    <title>GrenzGang (Fiktion und Wirklichkeit) : Rubrik:Habseligkeiten</title>
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    <description>Fiktion und Wirklichkeit</description>
    <dc:publisher>toxea</dc:publisher>
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    <title>GrenzGang</title>
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  <item rdf:about="http://grenzgang.twoday.net/stories/5118045/">
    <title>Der Brief</title>
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    <description>Als ich heute von einem 27jährigen erfuhr, dass er noch nie in seinem Leben einen Brief verschickt hat, war ich ehrlich fassungslos. Manches Mal habe ich mich gefragt, was ich wohl im Falle eines Brandes zu retten versuchen würde und recht schnell war mir die Antwort klar: Die Kiste mit den Briefen. Eine recht große Kiste voll mit Briefen aus den letzten drei Jahrzehnten. Ein kleiner Schatz, der Erinnerungen lebendig hält und mir wirklich viel bedeutet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe schon so viele Briefe geschrieben und auch erhalten und jeder war ein kleines Ereignis. Wie aufregend ist es immer wieder, den Briefkasten zu öffnen und darin die handgeschriebene Epistel eines geschätzten Menschenn zu finden. Erwartungsfrohes Öffnen und dann das Eintauchen in den Geist eines anderen, der sich in Handschrift und Worten manifestiert. Freude, Sehnsucht, Erstaunen, auch Erschrecken, ein kleiner Kosmos mit eigener Dynamik. Erneutes Lesen, um die Nuancen des Geschriebenen zu erfassen. Das erste Formulieren einer Antwort, dann den Füller angesetzt und losgeschrieben. Mitunter den ersten Entwurf verworfen und von vorne begonnen. Soviele Zeilen voller unterschiedlichster Gefühle, nüchterne Erörterung eines Gegenstandes, gefühlsträchtiges Sehnen, flammende Zeilen, dann wieder zart formulierte Andeutungen, gefolgt von eindringlich direkter Ansprache. Die wichtigen Dinge habe ich so oft per Brief mitgeteilt. Für mich bedeutungsvolles habe ich durch Briefe erfahren. Immer war es etwas besonderes, die Zeilen zu lesen oder zu schreiben, eine Insel im Alltagssturm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit fast allen Menschen, die mir wichtig sind oder waren, habe ich Briefe ausgetauscht. Als vor einigen Monaten ein früherer Freund von mir starb, habe ich mir seine Briefe wieder hervorgesucht und nach Jahren wieder gelesen. Bilder und Gefühle bildeten sich bei der Lektüre vor meinem inneren Auge, manches Gefühl meldete sich aus dem scheinbaren Vergessen und ein alter Zauber lag im Denken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich erinnere mich an den ersten wirklich wichtigen Brief, der in ungelenk krakeliger Jungenschrift geschrieben war. Eigentlich &quot;nur&quot; eine Postkarte mit einem Motiv von Wilhelm Schlote, einer Musikkassette beigelegt, auf der Karte stand unter anderem ein Gedicht von Josef Guggenmos: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Der Brief&lt;br /&gt;
Es ist kein Mensch,&lt;br /&gt;
es ist kein Tier. &lt;br /&gt;
Es ist nur dies  ein Stück Papier.&lt;br /&gt;
Ein Stück Papier, &lt;br /&gt;
jedoch es spricht. &lt;br /&gt;
Es bringt von mir Dir den Bericht:&lt;br /&gt;
Ich hab Dich lieb. &lt;br /&gt;
Vergiß mich nicht. &lt;br /&gt;
&lt;/small&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir waren dreizehn Jahre alt und diese Zeilen waren für mich damals das Schönste, was ich bis dahin erfahren hatte.  Ja, ein wenig kitschig ist das schon, aber mit dreizehn nimmt man das noch anders wahr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soviele Briefe folgten. Von vielen Menschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Neomane hat mir viele Briefe geschrieben. Zwar hatten wir uns im Internet kennengelernt und ein Großteil der Kommunikation bestand aus elektronischer Post, doch die handgeschriebenen Briefe waren immer ein besonderes Glanzlicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit anderen habe ich im wahrsten Sinne des Wortes per Brief über Gott und die Welt debatiert. Wie auch immer der Briefwechsel motiviert war, immer war der schönste Moment der, indem ein neuer Brief im Kasten lag. Das Warten hatte ein Ende. Ich zog mich mit den Zeilen und Gedanken eines anderen Menschen zurück, versank darin. Dachte das Geschriebene weiter, war entzückt, entrüstet, verzaubert, berührt und bestürzt. Dann kam die Zeit der Antwort, manchmal wohlbedacht und sorgfältig formuliet. Mitunter ungestüm, euphorisch, emotional , sehnend und flammend. Wenn die Antwort dann losgeschickt war, begann das Warten, das Zweifeln. Versteht der andere, was ich sagen wollte, habe ich die richtigen Worte gewählt, den richtigen Ton getroffen. Unruhe, Antizipation, Tagträume und innerer Dialog lebten weiter bis das Warten wieder ein Ende fand, weil eine Antwort eintraf. Und wieder begann das Ritual von neuem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstaunlicherweise war die Mehrheit meiner Brieffreunde männlich.  Mit weiblichen Freunden habe ich immer eher telefoniert. Keine Ahnung, warum das so ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zahl der Briefe ist auch bei mir deutlich weniger geworden, heute schreibe auch ich eher eine e-mail als einen Brief. Aber nach wie vor bedeuten mir Briefe viel. Ich freue mich über Hunderte von Briefe, die ich gesammelt habe und wenn mir sonst das Sammeln auch wesensfremd ist, möchte ich fast keinen Brief missen und werde sie immer in Ehren halten. Sie gelegentlich wieder lesen und die Wärme zwischen den Zeilen, den Geist, der sich dort ausgedrückt hat, ehren und schätzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schreibt mehr Briefe, möchte ich rufen, denn sie sind und bleiben ein ganz besonderer Ausdruck der Nähe und der Wertschätzung. Vielleicht bin ich furchtbar altmodisch, aber handgeschriebene Zeilen sind einfach etwas Besonderes. Ein Geschenk.</description>
    <dc:creator>toxea</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://grenzgang.twoday.net/topics/Habseligkeiten&quot;&gt;Habseligkeiten&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 toxea</dc:rights>
    <dc:date>2008-08-11T19:41:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://grenzgang.twoday.net/stories/4199028/">
    <title>Der Kandelaber</title>
    <link>http://grenzgang.twoday.net/stories/4199028/</link>
    <description>Damals, als mein Gemüt noch ein wenig dunkler war, als mein Nick noch Asmodina lautete und ich noch daran dachte, mir einen Sarg ins Wohnzimmer zu stellen, damals habe ich meine Umgebung ein wenig &quot;gruftig&quot; gestaltet. Ach, was waren das düster-verzweifelte Zeiten, in denen  &lt;a title=&quot;Danzig&quot; href=&quot;http://youtube.com/watch?v=-apRCG2Nffc&quot;&gt;Danzig&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://youtube.com/watch?v=TrI715zi5YQ&quot;&gt;Anne Clark&lt;/a&gt;, Invokationsmusik und &lt;a title=&quot;Diamanda Galas&quot; href=&quot;http://youtube.com/watch?v=tVPbvfneBj4&quot;&gt;Diamanda Galas&lt;/a&gt; (Vorsicht, ist ein wenig disharmonisch) den musikalischen Background lieferten, und meine Lektüre von Huysmans, Dvorak, Eliphas Levi und anderen Okkultisten bestimmt wurde. Nichts konnte mir damals düster und verstörend genug sein. Ich schminkte mein Gesicht fast weiß, züchtete superlange Fingernägel, schmückte mich mit Totenköpfen und genoß es, wenn ich den einen oder anderen mit meinem Aussehen dezent beunruhigte.&lt;br /&gt;
Zur Zierde meines Wohnzimmers schuf ich in für mich völlig untypischer Geduld und Beharlichkeit einen Kandelaber, der jedem Satanisten zur Ehre gereicht hätte. In stundenlangen Sitzungen kürzte ich fast minütlich die Dochte, um das Wachs zum tropfen zu zwingen. Ich schmolz parallel schwarzes Wachs und ließ die Flammen dieses verzehren. Mein Tisch wurde zusehends von schwarzem Wachs bedeckt und ich habe mir mehr als einmal die Fingernägel verbrannt (merke: Nagellack brennt ausgesprochen gut und brennende Nägel stinken... ). Ich kann nicht sagen, wie viele Stunden ich so zugebracht habe, die Pyromanin in mir hatte damals wahrlich viel Gelegenheit, sich auszuleben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kam Gothic auf, damit konnte ich nicht so recht etwas anfangen und nach und nach erlosch mein Interesse, ich wandte mich dem Industrial zu. Heute gibt es keine Gruftis mehr und auch ich habe mich geradezu zur Frohnatur entwickelt. Die alten CDs habe ich noch und auch den Kandelaber, der altersmäßig mittlerweile volljährig ist und erstaunlicherweiser eine ganze Reihe von Umzügen überlebt hat. Irgendwann werde ich mich vielleicht auch von ihm trennen, aber bisher ist er mir noch eine liebgewonnene Erinnerung an finstere Zeiten, die ich überstanden habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;null&quot; height=&quot;374&quot; alt=&quot;null&quot; width=&quot;280&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/grenzgang/images/leuchter-1.jpg&quot; /&gt;</description>
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  <item rdf:about="http://grenzgang.twoday.net/stories/4164266/">
    <title>Habseligkeiten: Die Puderdose</title>
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    <description>Als kleines Mädchen faszinierte mich die Puderdose meiner Urgroßmutter.  Das Wiederbefüllen der Dose war eine echte Herausforderung, da der Puderstein ein ausgesprochen fragiles Geschöpf darstellte, das gerne schon unter leichter Berührung zerbrach. Eine Puderdose gehörte nach Meinung meiner Urgroßmutter zur Grundausstattung einer Damenhandtasche - neben Taschenzerstäuber für Parfum, Brauenbürste, Lippenstift, Taschentüchern, Nähzeug und Ersatzstrümpfen. Eine Meinung, die ich nicht nur übernommen, sondern noch ein wenig erweitert habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später habe ich mich auf die Suche nach einer Puderdose gemacht, aber nachfüllbare Dosen für losen Puder sind kein Trendartikel und kaum zu finden, nur im Antiquitätenhandel lassen sich gelegentlich einzelne, meist teure Stücke aufspüren. Die meisten im Handel angebotenen Puderdosen sind für Kompaktpuder, das für mich einfach nicht in Frage kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich vor 10 Jahren meinen damaligen Job verlassen habe, wurde ich nach Geschenkideen für Abschiedsgeschenke gefragt und antwortete spontan: Füllerfederhalter oder Puderdose.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bekam beides. Von den Kollegen den Füller und von der Vorgesetzten eine Puderdose, die sie vor Jahren in London gekauft hatte, aber selbst nie benutzt hatte. Eigentlich passt die Dose überhaupt nicht zu mir, ich mag keine verzierten, verspielten Dinge. Form follows Function ist mir näher als jedes Dekor. Die Dose hätte mir als Kind aber wohl sehr gefallen und so habe ich sie doch in die Sammlung der Lieblingsstücke aufgenommen. Sie begleitet mich seit dem ständig, ist mit mir um die halbe Welt gereist und hat mir immer wieder das Gefühl altmodischen Luxus´ im Alltag gegeben. Ein Geschenk, das mich hoffentlich noch lange begleiten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img height=&quot;224&quot; alt=&quot;powder pola&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/grenzgang/images/powderpola.jpg&quot; width=&quot;225&quot; /&gt;</description>
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    <title>Dinge des Alltags: Die &quot;Hundetasse&quot;</title>
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    <description>Man soll sein Herz ja nicht an Dinge hängen, aber mitunter sind es die kleinen Dinge des Alltags, die fast unbemerkt das Denken streicheln. Die Kaffeetasse mit dem albernenen Hundebild, die im Urlaub gekauft wurde, weil es in der Ferienwohnung keine vernünftigen Tassen gab. Die dann schnell zur Lieblingstasse wurde, weil die klare Form und die Qualität des Porzellans überzeugten. Die Spülmaschine leistet gute Dienst durch sukzessives Bleichen des Dekors. Wenn immer möglich, trinke ich den Café au lait aus dieser Tasse, die den Geschmack von Urlaub verleiht und beim ersten Schluck das Bild des Meeres evoziert. Mit der &quot;Hundetasse&quot; beginnt der Tag beginnt einfach ein wenig heller und wärmer.&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;224&quot; alt=&quot;becher31&quot; width=&quot;225&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/grenzgang/images/becher31.jpg&quot; /&gt;</description>
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