In meiner monochromen Welt spielen Farben nicht die allergrößte Rolle oder aber doch, ganz wie man es sehen will. Nun habe ich beim Stöbern in der Buchhandlung ein Kinderbuch entdeckt, das für mich zu den Entdeckungen des Jahres gehört:
Ein Bildertastfarbfühlbuch konsequent in Schwarz, in dem Farben dargestellt werden. Etwas stereotype, aber nicht unzutreffende Aussagen zu den einzelnen Farben in Druckschrift und in Braille, verstärkt durch schwarzlackierte, gesprägte Bilder, die mit den Fingern zu lesen sind.
Angeblich ist das Buch für Kinder ab drei Jahren gedacht. Ich bin mir nicht sicher, wie sehr sich Kinder in dem Alter auf dieses Experiment einlassen wollen. Ich denke, dass es eher für Vorschulkinder geeignet ist oder auch etwas ältere Kinder... keine Ahnung. Ich jedenfalls werde die wenigen Kinder in meiner Umgebung mit diesem Buch behelligen und ich gehe davon aus, dass jeder sofort weiß, von wem das Geschenk ist...
... und noch eine Liste. Diesmal sind es zehn Bücher, die mich besonders berührt oder begeistert haben. Bei mehrlicht wurde ich auf die Aktion, die Korsti hier initiert hat, aufmerksam und natürlich kann ich nicht widerstehen und muss die Welt mit meiner persönlichen Liste der Lieblingsbücher behelligen:
Alfred Andersch: Die Rote
Peter Härtling: Hubert oder Die Rückkehr nach Casablanca
Thomas Mann: Der Zauberberg
Jean-Paul Sartre: Der Ekel
Carol Hill: Amanda & the eleven million mile high dancer
Peter Härtling: Hölderlin. Ein Roman.
Josef Winkler: Friedhof der bitteren Orangen
Christoph Ransmayr: Die letzte Welt
Antonia S. Byatt: Besessen
Flann O'Brian: Der dritte Polizist
Natürlich fallen mir noch einige andere Bücher ein, die ich ebenfalls mit Begeisterung gelesen habe, die mich fasziniert, gefesselt und meinen Horizont erweitert haben, aber diese 10 haben besondere Bedeutung für mich - eine völlig subjektive Auswahl, keines der Bücher "muss" man gelesen haben, aber ich empfehle sie gerne. Die Reihenfolge stellt dabei keine Wertung dar.
Morgen geht die Aktion zu Ende und aus allen gesammelten Liste wird dann wohl eine Meta-Liste der 10 empfehlenswertesten Bücher erstellt, auf die ich gespannt bin.
Es gibt eine ganze Reihe ungeklärter Fragen zu ihrer Lebensgeschichte. Sie selbst behauptet, 1946 als Tochter eines englisch-französischen Vaters und einer chinesisch-russischen Mutter in Hong Kong geboren zu sein. Andere Quellen nennen 1939 als Geburtsjahr, bestätigen den Geburtsort Hong Kong, gehen aber auch davon aus, dass sie ursprünglich als Junge geboren worden sei. Sie soll in Schweizer Internaten aufgewachsen sein und dann in Paris im angeblichen Alter von 16 Kunst studiert haben, wobei sie aber nie verlautbaren ließ, bei wem oder an welcher Kunstschule sie studierte.
Vieles ist rätselhaft und weniges zu belegen, eindeutig nachweisbar ist jedoch, dass sie in den 60er Jahren einem überaus berühmten, exaltierten und exzentrischen Maler begegnete, dem sie eine Muse war. Der soll ihr die Operation zur Geschlechtsangleichung bezahlt haben. In den späten 60ern hatte sie ihre ersten Auftritte als Model und tauchte in die Welt der Pop- und Rockmusik ein. In den frühen 70ern startete sie ihre Gesangskarriere, anfänglich als Covergirl auf der LP eines sehr bekannten Musikers, dann als mystisch-verführerische Backgroundschönheit im Video eines recht exaltierten Künstlers, mit dem auch Klaus Nomi aufgetreten war. Dann erschienen ihre ersten Platten, ihre Musik war eine Verbindung von Electronic und Disco. Kraftwerk hatte einigen Einfluß, aber die Discoelemente machten die Musik massenkompatibel. Ihr Aussehen war spektakulär und ihre Stimme hatte ein erotisch-tiefes Timbre, das sie unverwechselbar machte und zugleich den Gerüchten um ihre Transsexualität neue Nahrung gab. Sie behauptete später, dass sie diese Gerüchte gezielt verstreut habe, um Aufsehen zu erregen und durch die Veröffentlichung verschiedener Nacktphotos bewies sie der Öffentlichkeit ihre Weiblichkeit.
Andere Transsexuelle haben später in ihren Biographien davon berichtet, dass sie mit ihr im Paris der frühen 60er Jahre in diversen Travestieshows aufgetreten waren. Sie alle waren beliebt und wurden als Frauendarsteller bewundert, als sich einige der Mitstreiter aber als Transsexuelle outeten und die operative Geschlechtsangleichung vornehmen ließen, wurden sie heftigst von den vorherigen Anhängern angefeidet und gingen durch die gesellschaftliche Hölle. Das mag ein Grund für sie gewesen sein, sich niemals dazu zu bekennen oder diese Biographien auch nur zu kommentieren.
Sie war als "Discoqueen" eine ganze Weile sehr erfolgreich, bis diese Welle verebbte. Da hatte sie aber schon mit der Malerei begonnen und moderierte einige Shows im deutschen und italienischen Fernsehen. Im deutschen Fernsehen hatte sie eine "late night"-Show, die später von einer Werbeikone übernommen wurde.
Bis in die 90er Jahre war sie in den Medien präsent und auch heute hat sie noch eine treue Fangemeinde.
Ende der 70er hatte sie sie einen französischen Adeligen geheiratet, mit dem sie 22 Jahre glücklich war, bis er bei einem fürchterlichen Brand ums Leben kam. Sie selbst hatte in dieser Zeit einen schweren Autounfall und nutzte die Zeit ihrer Rekonvaleszens, um ein Buch über ihre Zeit mit dem exzentrischen Maler zu schreiben.
Ich habe sie zum ersten Mal gesehen, als ich etwa 12 Jahre alt war und war überaus fasziniert, für mich war sie eine weibliche Identifikationsfigur und wenn ich auch mit ihrer Musik nicht allzuviel anfangen konnte, finde ich sie als mediale Kunstfigur auch heute noch beeindruckend.
Entdeckt bei Ramirez und dort geklaut (und ein wenig gekürzt):
Ein Film, den Du mehr als zehnmal gesehen hast:
Keine Ahnung, ich zähle nicht mit… am ehesten wohl „The big sleep“ mit Humphrey Bogart
Ein/e Schauspieler/in, deren/dessentwegen Du eher geneigt wärst, einen Film zu sehen:
Ich gebe es zu: Humphrey Bogart, seit Kindertagen ein Held.
Ein/e Schauspieler/in, deren/dessentwegen Du weniger geneigt wärst, einen Film zu sehen:
Mickey Rourke
Ein Film, aus dem Du regelmäßig zitierst: „Herr Lehmann“ von Leander Haußmann: Denk an die Elektrolyte…
Ein Film-Musical, von dem Du alle Texte der darin gesungenen Songs auswendig weißt:
Eigentlich keines, am ehesten wohl auch die „Rocky Horror Picture Show“ … Let’s do the time warp again…
Ein Film, bei dem Du mitgesungen hast:
„Singing in the rain“ – wobei ich nicht weiss, ob der Film auch so hieß und mich auch nur noch an diese Regenszene mit dem tanzenden Gene Kelly erinnern kann.
Ein Film, den jeder gesehen haben sollte: „Metropolis“ von Fritz Lang. „Heimat“ (die erste Staffel) von Edgar Reitz. „Twin Peaks“ von David Lynch.
Ein Film, den Du besitzt:
Besitzen? Na ja, ich habe eine DVD des Filmes „Orhpée“ von Jean Cocteau.
Ein/e Schauspieler/in, die/der ihre/seine Karriere nicht beim Film startete und dich mit ihren/seinen schauspielerischen Leistungen positiv überrascht hat:
Jessica Schwarz in „Kammerflimmern“ von Hendrik Hölzemann (unbedingt ansehen!)
Hast Du schon einmal einen Film in einem Drive-In gesehen?
Freiluft-Kino ja, Autokino nein
Ein Film, den Du schon immer sehen wolltest, bisher aber nicht dazu gekommen bist:
„Brazil“ von Terry Gilliam, ein Meilenstein der Filmgeschichte, aber irgendetwas hält mich davon ab, ihn zu sehen. „Tanz der Teufel“ von Sam Reimi – wobei ich nicht sicher bin, dass ich denn wirklich sehen will.
Seit ewigen Zeiten wiedersehen möchte ich „Les jeux sont fait“ von Jean Delannoy, der wird kaum gezeigt.
Hast Du jemals das Kino verlassen, weil der Film so schlecht war?
Ja. Zum Beispiel bei „Wolf“ mit Jack Nicholson, was für eine traurig-alberne Vorstellung
Ein Film, der Dich zum Weinen gebracht hat: "Paris, Texas" von Wim Wenders. Beim ersten Sehen hat der mich völlig aus den Schuhen gehauen.
Wie oft gehst Du ins Kino?
Viel zu selten.
Welchen Film hast Du zuletzt im Kino gesehen?
Ich glaube, das war „Little Miss Sunshine“ von Jonathan Dayton / Valerie Faris.
Welches ist Dein Lieblingsgenre?
Autorenfilme. Die meisten Filme, die mich wirklich beeindruckt haben, gehören wohl dieser Kategorie an, wenn sie auch nicht klar zu definieren ist. Ich mag ansonsten „absurde“ oder „schräge“ Filme und habe eine ausgeprägte Vorliebe für düsteres.
Welcher war der erste Film, den Du im Kino gesehen hast?
Sicherlich irgendein Kinderfilm, höchstwahrscheinlich von Disney, erfolgreich verdrängt. Am eindringlichsten ist die Erinnerung an „Spiel mir das Lied vom Tod“, den ich mir in Begleitung meiner Mutter ansehen konnte. Ich war damals 10, total begeistert, dass ich einen „erwachsenen“ Film sehen durfte, aber von der Geschichte des Filmes auch ein wenig eingeschüchtert.
Welchen Film hättest Du lieber niemals gesehen? „Un Chien Andalou“ von Luis Bunuel. Ich kann mich Bildern nicht entziehen und sie verfolgen mich.
Welcher Film war der merkwürdigste, den Du mochtest? „Pi“ von Darren Aronowsky. Ich war tief beeindruckt, merkwürdig im Sinne von „des Merkens würdig“ auf jeden Fall.
Welcher Film war der beängstigendste, den Du je gesehen hast?
„Das Schweigen der Lämmer“, den fand ich schon recht beklemmend (mal wieder ließen mich die Bilder nicht los), „Z“ von Constantin Costa-Gavros (weil nicht fiktional), „Caché“ von Michael Haneke (subtile Beklemmung..)
Welcher Film war der lustigste, denn Du je gesehen hast?
Spontan fällt mir „Die üblichen Verdächtigen“ von Bryan Singer ein, obwohl lustig sicher nicht die passendste Bezeichnung dafür ist. Am ehesten trifft das wohl auf „Das Leben des Brian“ von Terry Jones zu.
Nachtrag: Nein, der lustigste Film, den ich seit langem gesehen habe ist: Lang lebe, Ned Devine!!!
Und mir fallen 1000 andere Filme ein, die ich eigentlich alle noch mal sehen möchte…
Ich habe mir das Stöckchen ja nur bei Ramirez „geklaut“, möchte es aber gerne Aihua, Kid37 und To01…. antragen. Aber natürlich kann es jeder, der möchte, auch mitnehmen…
Welche Filme habt Ihr gerne gesehen, haltet Ihr für Meilensteine oder welche haben Euch in irgendeiner Weise besonders berührt??? Freue mich auf jeden Tip / Kommentar!
Es gibt CDs, die man hört und mag, aber aus irgendeinem Grund dringt die Musik nicht wirklich tiefer ins Gehör ein. Bei gelegentlichen Streifzügen durch den Plattenschrank stößt man dann auf diese vergessenen Schätzchen, die ein Dornröschendasein führen. Ach, denkt man, die könnte man auch mal wieder hören... Und dann passiert es. Die Musik schlägt über einem zusammen wie eine Welle, die Töne dringen nicht nur ins Gehör, sondern ins emotionale Zentrum. Peng. Warum hat man das vorher nicht gehört? Was ist jetzt anders? Man ahnt es vielleicht, aber was es auch immer sein mag, für den Moment gibt es nur die (Wieder)Entdeckung der Musik. So geschehen bei der Musik von Kristin Hersh, deren CD "Learn to sing like a star" hier zu hören ist
Sergei Mikhailovich Prokudin-Gorskii: Alternators made in Budapest, Hungary, in the power generating hall of a hydroelectric station in Iolotan on the Murghab River, between 1905 - 1915
Der Farbfilm wurde erst 1936 auf den Markt gebracht, aber schon in den frühen Jahren des letzten Jahrhunderts hatte Sergei Mikhailovich Prokudin-Gorskii (1863-1944) ein Verfahren erfunden, mit dem sich Farbphotographien machen ließen: Digichromatographie. Nun verstehe ich von der Technik nicht viel, aber durch die Aufnahme mit unterschiedlichen Farbfiltern wurden drei Negative aufgenommen, die jeweils - ähnlich wie beim CYMK-Druck - eine Farbschicht des Bildes darstellten. Alle drei Bilder übereinandergelegt ergeben überaus eindrucksvolle und interessante Bilder aus dem Rußland vor dem 1. Weltkrieg. Unter "The Empire that was Russsia" , einer Seite der Library of Congress, findet man nicht nur die Bilder, sondern auch eine Erklärung des Verfahrens.
Damals als meine Lektüre vorwiegend aus Werken von Raymond Chandler und Dashiell Hammett bestand, begegnete ich ihm in "Tote schlafen tief". Als ich den Film zum ersten Mal sah, war ich wie elektrisiert. Die Atmosphäre der Bilder, das Spiel von Humphrey Bogart und Lauren Bacall, die gelungene Umsetzung des Stoffes begeisterte mich von der ersten Szene an. Für mich war Humphrey Bogart die einzig wahre Verkörperung von Philip Marlowe oder Sam Spade. Ein wenig zynisch, hart gesotten, hart im Nehmen, kompromiss- und illusionslos, aber im tiefsten Inneren doch moralisch, wenn auch auf eine besondere Weise.
Ach ja, schön war's. Humphrey Bogart hat mich eine ganze Weile nicht mehr losgelassen und ich habe mir alles angesehen, was ich von ihm finden konnte. Natürlich auch Casablanca, den ich aber ehrlich gesagt als völlig überbewertet empfinde.
"Der Schatz der Sierra Madre" ist dagegen ein Film, in dem Bogart als Schauspieler brilliert und auch in "Die Spur des Falken" fand ich ihn eindrucksvoll. Das sind für mich - neben "Tote schlafen tief" - die Highlights, wenn ich auch Filme wie "Gangster in Key Largo", "African Queen", "Haben und Nicht Haben" und "Die Caine war ihr Schicksal" nicht weniger gern gesehen habe.
Heute vor 50 Jahren starb Humphrey Bogart an Krebs. Und wenn ich auch heute beim Ansehen der Filme keine weichen Knie mehr bekomme, fiel mir das beim Blick auf den Kalender als zweites ein.
Eine bekannte Geschichte in neuem, skurrilen Gewand. Ich mag den holzschnittartigen Stil der Zeichnungen, wenn auch die Geschichte eher unspektakulär ist......
Als 2005 die B-Sides and Rarities von Nick Cave and the Bad Seeds erschienen, dachte ich so bei mir, dass dies wohl das Ende der Band sei. Best of und ähnliche Compilations sind ja meist ein Zeichen der Einfalls- oder Hilflosigkeit. Mit dem kurz zuvor erschienenen Doppel-Album (ohne Blixa Bargeld) konnte ich mich nicht so recht anfreunden, zwar ist die Idee, aus Orpheus einen so grauenhaften Sänger zu machen, dass ein Gott überaus erbost ob der musikalischen Stümperei ihn mit Hammerschlägen in die Unterwelt befördert, zumindest erheiternd, aber mich hat das Album nicht besonders berührt. Geschmackssache.
The Proposition hat mich überrascht und fasziniert. Der gleichnamige Film hat mich durch seine Hoffnungs- und Ausweglosigkeit berührt und auch verschreckt. Ansichtssache.
Ich unterstelle, dass die Westernthematik des Filmes noch für das neue Projekt Grinderman Pate stand, das Bandfoto sieht danach aus und ist eher abschreckend, aber die Musik ist es nicht. Erfrischend aggressiv und ein wenig an die alten Zeiten der "Birthday Party" erinnernd.... Hier gibt es eine Hörprobe der im März 2007 erscheinenden CD